Ebay und seine Töchter
Ebay will mit Skype-Börsengang das Eis brechen

Ebay will Skype 2010 an die Börse bringen. Die Ebay-Aktionäre sollten sich freuen, denn der Anbieter von Web-Telefoniediensten könnte mindestens zwei Milliarden Dollar einbringen. Aber um den Aktien des Internet-Auktionshauses wirklich aufzuhelfen, sollte Ebay auch Paypal freigeben.
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Ebay hat sich dazu entschlossen, seine Struktur zu vereinfachen. Das Internet-Auktionshaus will seinen Web-Telefoniedienst Skype im kommenden Jahr bei einer Erstemission zum Verkauf stellen. Die Aktionäre können sich freuen. Skype hat sich nie in die anderen Geschäftsbereiche von Ebay - die Internetauktionen und das Online-Zahlungssystem Paypal - eingefügt. Aber wenn Ebay seinen Aktionären wirklich entgegenkommen will, dann muss die Firma auch Paypal freigeben.

Skype hat einiges vorzuweisen: Die Einnahmen von 551 Mill. Dollar im Jahr 2008 lagen um fast 50 Prozent höher als im vorhergehenden Jahr, und die Betriebsgewinnspanne betrug üppige 21 Prozent. Ebay geht davon aus, dass die Einnahmen in drei Jahren eine Mrd. Dollar erreichen werden.

Die Gründer von Skype haben Berichten zufolge zusammen mit einer Hand voll Beteiligungsgesellschaften eine Offerte für den Bereich über etwa zwei Mrd. Dollar vorgelegt. Der Plan für den Börsengang lässt darauf schließen, dass dies dem Ebay-Management als unzureichend erscheint. Eine Erstemission - wenn auch erst in einem Jahr - vorzuschlagen, könnte der Versuch sein, ein höheres Gebot herbeizulocken.

Doch selbst zwei Mrd. Dollar bar auf die Hand wären schon Balsam für die Aktionäre von Ebay, die mit ansehen mussten, wie sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens im vergangenen Jahr auf 19 Mrd. Dollar halbiert hat. Das Geld könnte als nützliches Betriebskapital eingesetzt werden, um das angeschlagene Geschäft mit den Online-Versteigerungen wieder aufzupäppeln.

Aber wenn Ebay wirklich im Interesse seiner Aktionäre handeln will, dann sollte die Firma Paypal ausgliedern. Das Online-Zahlungssystem ist ein Wachstumsmotor. Während der Umsatz im Bereich Auktionen im vergangenen Jahr nur um ein Prozent zugelegt hatte, machten die Einnahmen von Paypal einen Satz um 26 Prozent nach oben. Nach Schätzungen von Ebay dürften sich die Einnahmen von Paypal in den kommenden drei Jahren verdoppeln und dann fünf Mrd. Dollar erreichen, wobei die Betriebsgewinnspannen voraussichtlich 20 Prozent betragen werden.

Wenn man das Vielfache der für 2011 geschätzten Ergebnisse des Konkurrenten Visa zugrunde legt, könnte Paypal etwa 15 Mrd. Dollar wert sein. Wenn der Bereich erst einmal frei ist, könnte er sogar noch mehr einbringen, da die Ebay-Konkurrenten Google und Amazon Paypal wahrscheinlich mehr Geschäft zukommen lassen werden, wenn der Dienst nicht mehr länger zu dem Rivalen gehört.

Skype zum Verkauf anzubieten, ist definitiv ein guter Anfang für Ebay. Zumindest kann der Schritt als Übung für den nachfolgenden wichtigeren Akt gesehen werden.

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