Ein-Unternehmen-Fonds
Ziel in der Südsee

Jetzt zeigt sich eine weitere Dummheit aus der Hedgefonds-Blase. Pershing Squares riskante Wette auf den US-Einzelhändler hat 93 Prozent verloren – dreimal mehr als die Aktie selbst. Damit sollte die Ära der Ein-Unternehmen-Fonds an ihrem Ende angekommen sein.

Der Liste der während des Hedgefonds-Booms entstandenen blödsinnigen Ideen darf ein weiteres Element hinzugefügt werden: Ein-Unternehmen-Fonds. Das Ergebnis der hochriskanten Wette, die Pershing Square Capital auf die US-Einzelhandelskette Target eingegangen ist, sollte jetzt jedes weitere Argument für diese Art von Investment endgültig begraben. Schon als die Märkte noch stiegen, war die Idee verrückt. In einem Bärenmarkt ist sie einfach Gift.

Unter der Leitung von Bill Ackman sammelte Pershing Square vor zwei Jahren rund 2 Milliarden Dollar ein, um in ein einziges Unternehmen zu investieren, dessen Name nicht bekannt gegeben wurde. Der Fonds kaufte daraufhin 13 Prozent von Target, unter anderem auch in Form von Call-Optionen, die die Renditen aufgebessert hätten, wenn die Aktien gestiegen wären.

Aber Target, das wie alle US-Einzelhändler auf Gedeih und Verderb vom amerikanischen Konsumenten abhängt, wurde arg gebeutelt. Ackmans Investoren traf es, verursacht durch den Options-Hebel, noch härter. Der Fonds verlor im vergangenen Monat ein Drittel seines Werts und liegt jetzt - nach einem Bericht von Bloomberg, der eine E-Mail an die Anleger zitiert - um 93 Prozent unter seinem Startwert.

Wäre die Aktie gestiegen, hätten die Anleger überdurchschnittliche Gewinne erwirtschaftet. Auch der Fondsmanager hätte brilliert, weil er die einseitige Wette nicht durch andere Investitionen "verwässert" hätte, die vielleicht weniger gut abgeschnitten hätten. Die perverse "die Verluste tragen andere"-Mentalität des Hedgefonds-Booms lieferte die Motivation für solche Ein-Unternehmen-Fonds.

Aber Mitleid haben die Investoren, die dem Target-Fund durch ihre Dummheit Vorschub leisteten, nicht verdient. Schließlich haben sie Pershing Square allein auf das Versprechen hin, die Mittel auf eine US-Unternehmensikone zu setzen, 2 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Das erinnert an eine gewisse South Sea Company, die im Jahr 1711 bei ihren Investoren Mittel einwarb, um sie in "ein Unternehmen mit großen Chancen, die aber nicht genannt werden dürfen" zu stecken.

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