Energie-Deals in Spanien
Energiespartipps

Der französische Elektrizitätsriese EDF überlegt, ob er für Iberdrola bieten soll. Sind auch Sie daran interessiert, einen Deal auf dem spanischen Energiesektor abzuschließen? Fragen Sie zuerst in Madrid an. Kommen Sie nicht feindlich daher - und acht weitere Anregungen, um einen Durchbruch zu erzielen.

EDF ist an Spanien interessiert und überlegt, ein Gebot für den zweitgrößten Energie-Erzeuger des Landes, Iberdrola, vorzulegen. Der französische Stromriese bewegt sich auf einem viel begangenen Pfad, nachdem die spanische Gas Natural und die deutsche Eon in der monumentalen Schlacht von 2006 und 2007 an der Übernahme von Endesa gescheitert waren. Hier sind, in absteigender Reihenfolge, zehn Vorschläge für Ihren Erfolg auf dem spanischen Energiesektor.

10. Fragen Sie zuerst in Madrid an. Der große Fehler von E.on hatte darin bestanden, in die Offerte von Gas Natural für Endesa geplatzt zu sein, ohne um Erlaubnis gefragt zu haben.

9. Die Unterstützung der Regierung ist von grundlegender Bedeutung, aber sie reicht nicht aus. Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero verfolgt nicht immer einen eindeutigen Kurs. In der einen Minute hatte er Gas Natural den Rücken gestärkt, in der anderen sah man ihn, wie er der Bundeskanzlerin Angela Merkel zuprostete, oder wie er der italienischen Enel die Tür aufhielt, die dann ja schließlich auch als Siegerin aus der Schlacht um Endesa hervorging.

8. Werden Sie Experte der Regionalpolitik des Landes. Die spanische Regierung muss sich oft auf die Unterstützung der Regionalparteien verlassen, um regieren zu können, was nicht selten zu einer mächtig komplizierten Sachlage führt. Iberdrola ist baskisch.

7. Erwarten Sie nicht, jemanden zwischen 14 Uhr und 16.30 Uhr telefonisch zu erreichen.

6. Suchen Sie sich einen spanischen Partner. ACS mit ihren Beteiligungen an Iberdola und Union Fenosa wäre eine gute Wahl, solange die spanische Firma nicht zu gierig wird. Die spanische Baugruppe Acciona hat sich einen recht vorteilhaften Deal gesichert, als sie sich mit Enel zusammen getan hat.

5. Nehmen Sie sich vor einer speziellen Unternehmensverordnung in Acht, die die Aktionäre auf zehn Prozent der Stimmrechte beschränkt, egal wie groß ihre Beteiligung ist. Endesa hatte sie, Iberdrola hat sie auch.

4. Kommen Sie nicht in feindlicher Absicht. Sie riskieren, dass ein cleveres Management Sie vor Gericht aufs Glatteis führt. Ignacio Sanchez Galan, der Chef von Iberdrola, hat bereits mehrere juristische Schreiben in die grobe Richtung von EDF abgeschossen. Eine feindliche Attacke kann auch ein unerwünschtes Licht auf Ihre marktbeherrschende Stellung in der Heimat werfen. Fragen Sie ruhig Eon.

3. Umgeben Sie sich mit einem guten Team an Rechtsanwälten (siehe Punkt 4).

2. Hüten Sie sich davor, zu viel zu zahlen. Iberdrola wird bereits mit dem Zwölffachen der Schätzungen des diesjährigen Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen gehandelt. Das ist ein hoher Aufschlag gegenüber ihren Branchenkollegen.

1. Arbeiten Sie einen Plan B aus. Die Spielregeln in Spanien ändern sich häufig. Und Abschlüsse im Energiesektor enden fast nie so, wie sie begonnen haben.

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