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Entscheidungen von EZB und Bank of England: Zinssenkungen gegen das Deflationsmonster

Mit den jüngsten drastischen Zinssenkungen der Bank von England und der Europäischen Zentralbank werden die riesigen Herausforderungen anerkannt, vor denen die Weltwirtschaft steht. Sie weisen zudem auf zwei große Fehler hin: nicht frühzeitig genug die Deflation bekämpft und vorher das Entstehen der Kreditblase nicht verhindert zu haben.

von Ian Campbell (breakingviews.com)

Die heutigen starken Zinssenkungen der britischen und der Europäischen Zentralbank sind so notwendig wie die umfangreichen Senkungen des letzten Monats, und sie kommen genauso verspätet.

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Die Bank von England und die Europäische Zentralbank bekämpfen endlich das Deflationsmonster, bei dessen Entstehung sie geholfen haben. Der Kampf wird allerdings lange und blutig werden. Die Senkungen von heute werden nicht die letzten sein, und die Zinsen werden bis auf ein Prozent, vielleicht sogar bis auf Null sinken, wenn der wirtschaftliche Abschwung anhält.

Europa steht der Art von Deflations-Frankenstein gegenüber, die lange Zeit Japan peinigte. Die scharfen Zinsschnitte von heute sind richtig, doch keiner der westeuropäischen Geldpolitiker kann stolz darauf sein. Weil sie nicht erkannten, dass anstelle der Inflation die Deflation zur wahren Bedrohung wurde, handelten sie viel später als die US-Notenbank, die mit Zinssenkungen schon im Januar begann.

Die europäischen Zentralbanken können sich auch nicht aus der Verantwortung für die Entstehung des Deflationsmonsters stehlen, dem sich die Welt jetzt gegenübersieht. Sie halfen dabei, es zu schaffen. Wer ermöglichte den britischen Häuserpreisen ihre Aufwärtsspirale, während die Briten ihre Papiergewinne abzogen und ausgaben? Die Bank von England hätte handeln sollen, um die Häuserpreise zu dämpfen, ebenso wie die US-Notenbank einen aus dem Ruder laufenden Preisanstieg bei Häusern von vornherein hätte verhindern sollen. Die britische Zentralbank könnte das Verdienst beanspruchen, den Anstieg der Preise von Vermögenswerten nicht gedämpft zu haben, doch sie sollte weiter in die Zukunft schauen auf Inflation und Deflation, die von ungezügelten Aufschwungphasen möglicherweise verursacht werden.

Die Europäische Zentralbank wiederum hielt ihren Leitzins in den Jahren 2003 bis 2006 viel zu niedrig, womit sie Immobilienblasen in Spanien und Irland begünstigte, ebenso wie Exzesse in der europäischen und globalen Wirtschaft. Die Blase bei den Rohstoffpreisen, die die Zentralbanken von der sich abzeichnenden Deflationsgefahr ablenkte, war zum großen Teil ihre eigene Schöpfung, ein Ergebnis der viel zu niedrigen Zinsen, an denen die Zentralbanken in den letzten Jahren festhielten.

Leider wird es keine schnelle Hilfe sein, wenn man sich jetzt bewegt. Quer durch Europa sind die Kreditmärkte angegriffen, und die Effektivität der Geldpolitik hat gelitten. Doch die starken Zinssenkungen der Zentralbanken sind für diese Märkte eine lebenswichtige Operation, die zumindest eine Heilung möglich macht. Die Last der Schuldenbedienung bei Verbrauchern und Unternehmen wird erleichtert, die Häuser- und Aktienmärkte werden etwas unterstützt. Die Senkungen sind keine Heilung, aber ohne sie und folgende Schritte wäre eine Heilung unmöglich.

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