Enttäuschende Quartalsergebnisse
Google ist doch sterblich

Falls es noch irgendwelche Zweifel daran gegeben hatte, dass die Verfassung von Google an den Werbemarkt im Allgemeinen gekoppelt ist, haben die enttäuschenden Zweitquartalsergebnisse des Giganten der Internetsuche diese endgültig zerstreut.

Paid Clicks, eine Messgröße für den Umsatz bei der Online-Werbung, und der Nettogewinn sind bei Google im Vergleich zum ersten Quartal tatsächlich zurückgegangen und zeigen damit, dass der Riese nicht immun gegen die Schwierigkeiten der breiteren Wirtschaft ist.

Während jeder Werbemogul auf der Madison Avenue über die zyklische Natur des Anzeigengeschäfts referieren kann, hat Google immer bestritten, dass die Firma denselben Gesetzen unterliegt. Das Internet-Unternehmen hatte immer argumentiert, in Schwächeperioden würden die Firmen ihre Werbung online betreiben, um insgesamt Kosten zu sparen.

Bis zu einem gewissen Punkt scheint dies auch zu stimmen. Die Werbetreibenden erhöhen ihre Ausgaben für das Internet immer noch, berichtet Google. Aber der Web-Riese scheint die Auswirkungen unterschätzt zu haben, die ein schwaches Verbrauchervertrauen auf bezahlte Klicks haben könnte.

Auch wenn immer mehr Anzeigen-Dollar hereinströmen, zögern die Internetnutzer, die Werbung denn auch anzuklicken. Damit werden die Einnahmen pro von den Nutzern gesehener Anzeige von Google geschmälert, was sich schließlich negativ auf das Endergebnis auswirkt. Zum ersten Mal war der vorsichtige Ausblick der US-Verbraucher für Google überhaupt ein Thema auf ihrer Telefonkonferenz.

Natürlich besteht immer die Möglichkeit, dass Google mit einem weiteren Bahn brechenden Produkt aufwartet. YouTube sieht dafür wie der am besten geeignete Kandidat aus, da die Nutzer pro Minute rund 13 Stunden an Videomaterial hochladen. Aber der Dienst zum Austausch von Videos hat im Vergleich zum Suchbereich von Google mit genau den entgegen gesetzten Problemen zu kämpfen: Er zieht jede Menge Klicks auf sich, aber die Inserenten zögern.

Das Unternehmen bemüht sich auf allen möglichen Gebieten, etwa bei der Mobilfunksoftware, Sonnenenergie und bei kostenlosen Software-Anwendungen für die Nutzer. Aber bedauerlicherweise haben diese Anstrengungen bisher im Großen und Ganzen mehr Kosten und Mühen hervorgebracht als Früchte abgeworfen.

Akquisitionen nagen am Liquiditätsvorrat von Google, wodurch sich die Zinseinnahmen im Vergleich zum ersten Quartal um mehr als 100 Mill. Dollar verringert haben. Irgendwann wird die Internet-Gruppe mit Kultstatus den Gürtel enger schnallen müssen, wenn es um Projekte geht, die lässig klingen, sich aber nicht groß auszahlen.

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