Ericsson
Es tut gut zu sprechen

Der Telekomausrüster Ericsson schockierte den Markt durch die Enthüllung, dass die Verkäufe im margenträchtigen Segment der Netzwerkausrüstungen für Altkunden eingebrochen sind. Da der Markt für Mobilfunkdienste aber weiter wächst, werden die Betreiber ihre Systeme aller Wahrscheinlichkeit nach aufrüsten müssen. Ericsson sollte als Marktführer davon profitieren können.

Ericssons schlägt neue Töne an. Es ist erst einen Monat her, da gab sich der Telekommunikationsausrüster seinen Investoren gegenüber noch zuversichtlich, dass man die Umsatzrendite von 20 Prozent werde halten können. Jetzt prognostiziert der Konzern kleinlaut einen Rückgang auf 13 Prozent und voraussichtlich anhaltend schlechte Marktkonditionen über das gesamte Jahr 2008.

Ericsson wäre gut beraten, sein Kommunikationsverhalten dem Markt gegenüber zu verbessern: die Neuigkeiten reichten, um die Aktienkurse der schwedischen Gruppe um rund ein Viertel zu reduzieren. Das allerdings könnte eine Überreaktion gewesen sein.

Das Unternehmen führt den Einbruch auf einen unvorteilhaften Business-Mix zurück. Das nur geringe Gewinnspannen abwerfende Geschäft mit Neukunden sei stark verlaufen. Eingebrochen seien allerdings die Verkäufe an Altkunden, die bei der Aufrüstung und Ausweitung ihrer Systeme sehr viel höhere Margen einbringen.

Ericsson bemüht sich aggressiv um eine Ausweitung seines Marktanteils. Ein Grund liegt sicherlich darin, aus den Integrationswirren des frisch-fusionierten Rivalen Alcatel-Lucent einen Vorteil zu ziehen, der seit Dezember bereits drei Gewinnwarnungen veröffentlichen musste. Marktanteile hat Ericsson wohl gut gemacht. Der Preiskrieg hat aber auch zu einem wachsenden Druck auf die Gewinnspannen geführt.

Unklar bleibt dabei jedoch, warum die Netzbetreiber ihre Ausgaben für Uprades und Kapazitätserweiterungen verringert haben. Investoren sollten sich aber keine allzu großen Sorgen machen, solange das Volumen der mobilen Dienste zunimmt. In diesem Fall müssen die Betreiber weiter in Ausrüstung investieren, was letztendlich zu einer Ausweitung der Margen führen wird. Mehr noch, der Rückgang scheint ein industrieweites Problem zu sein. Wenn der nächste Aufschwung kommt, dürfte Ericsson als Marktführer zu den Gewinnern gehören.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%