Ericsson
Gute Zahlen, teuer erkauft

Ericsson steht gut da – derzeit. Investoren bejubeln die glänzenden Ergebnisse des weltgrößten Telekommunikationsausrüsters im dritten Quartal. Knapp ein Jahr, nachdem die Schweden den Markt mit einer verheerenden Gewinnwarnung schockierten, konnten sie sich eine gewisse Stabilität erkämpfen. Doch die guten Zahlen sind nur relativ – und haben ihren Preis.

Ericsson steht gut da - derzeit. Investoren bejubeln die glänzenden Ergebnisse des weltgrößten Telekommunikationsausrüsters im dritten Quartal. Knapp ein Jahr, nachdem die Schweden den Markt mit einer verheerenden Gewinnwarnung schockierten, konnten sie sich eine gewisse Stabilität erkämpfen. Doch die guten Zahlen sind nur relativ - und haben ihren Preis.

Analysten rechneten bereits mit dem Schlimmsten, doch Ericsson scheint seine unglückliche Unternehmenskonstellation aus dem letzten Jahr bereinigt zu haben, als potentiell profitable Netzverbesserungen und Expansionen scheiterten. Doch die Einnahmen lagen bei 49,2 Mrd. Schwedischen Kronen (skr), acht Prozent über den allgemeinen Erwartungen. Noch beeindruckender geriet der operative Gewinn von 5,7 Mrd. Kronen; dank außereuropäischer Zuwächse etwa 40 Prozent über den Erwartungen.

Die guten Zahlen verdankt das Unternehmen vor allem drastischen Kürzungen. Entgegen erwarteter Einsparkosten von 563 Mio. Kronen gab Ericsson jedoch zwei Mrd. Kronen aus. Während man die Betriebskosten um acht Prozent senken konnte, stagnierte das Bruttoergebnis im Vergleich zum vorigen Quartal bei 37 Prozent. Zudem rechnet Ericsson für das letzte Quartal mit geringeren Einsparungen.

Auch die Handysparte Sony Ericsson steht, trotz 2,8 Prozent über den Prognosen liegenden Handyverkäufen, unter Druck. Sie betreibt eine aggressive Preispolitik, mit der sie dem Rivalen Nokia Kunden in neuen Märkten abspenstig machen will. Deshalb fiel der durchschnittliche Handypreis im Vergleich zum selben Vorjahrsquartal von 120 Euro auf 109 Euro. Gesamt verringerte sich der Bruttogewinn von 31 Prozent auf 22 Prozent.

Ericssons CEO Carl-Henrik Svanberg stählt sich für magere Zeiten und warnte Investoren davor, sich bei den Prognosen nur auf das dritte Quartal zu konzentrieren. Zwar scheinen Ericssons Ergebnisse dem Finanzchaos zu trotzen, doch das dritte Quartal endete bereits Wochen bevor sich eine längere Konjunkturschwäche abzeichnete. Spannende Monate stehen bevor.

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