Europäische Börsen
Endlich der zündende Funke?

Phoenix könnte den europäischen Neuemissionsmarkt inspirieren. Die Bankiers versuchen bis zu sechs Mrd. Euro aus einer Neuemission oder einem Verkauf zu erzielen. Sollten sie sich für den Börsengang entscheiden, dürfte das zum Zündfunken europäischer Neuemissionen avancieren.
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Phoenix könnte den europäischen Neuemissionsmarkt inspirieren. Der deutsche Pharma-Grossist wird nach Angaben von Bloomberg nächstes Jahr eventuell im Rahmen des Schuldenkonzepts für das Merckle-Imperium an die Börse gehen. Die Bankiers versuchen bis zu sechs Mrd. Euro aus einer Neuemission oder einem Verkauf zu erzielen.

Europas Primärmarkt hat am meisten unter der Krise gelitten. Seit dem Kollaps der Lehman Brothers wurden laut Dealogic nur 2,5 Mrd. Euro erzielt. Im Asien-Pazifik-Raum handelte man in derselben Zeitspanne für 20 Mrd. Euro, darunter das Gros der 20 besten IPOs dieses Jahres. Selbst in den USA haben allein acht Unternehmen im August den Börsengang angekündigt. Europäische Private Equity Firmen und Familienunternehmen dürften einen großen Nachholbedarf in Sachen IPOs haben.

Ein Erfolg von Phoenix würde trotz der umstrittenen Bewertung die Aktivitäten ankurbeln. Celesio, der deutsche Rivale, fährt ähnliche Erlöse um die 22 Mrd. Euro ein und wird mit 3,5 Mrd. Euro bewertet.

Ein Verkauf oder Teilverkauf von Phoenix würde Geld zum Abbau der fünf Mrd., Euro Schulden in die Kassen von VEM spülen. Die Familienholding hält auch die Kontrollmehrheit an HeidelbergCement und dem Generika-Hersteller Ratiopharm. Ein IPO ist nur möglich dank einer Einigung zwischen der Familie Merckle und über 60 Gläubigern im Juni. Dadurch erhielt VEM etwas Freiraum, um eine ordentliche Aufspaltung zu organisieren und Blitzverkäufe zu vermeiden.

Noch steht auch ein Verkauf von Phoenix im Raum. Unter den Interessenten findet sich möglicherweise die im Besitz der Investorengruppe KKR befindliche Drogeriekette Alliance Boots. Noch ist nicht klar, wie die anderweitigen Abstoßungsaktivitäten der Merckle-Familie das Vorgehen bei Phoenix beeinflussen werden. Doch allein die Tatsache, dass sich die Banken stark genug fühlen, um eine kräftezehrende Doppelstrategie zu fahren, erlaubt einen optimistischen Blick auf den Neuemissionsmarkt der nächsten Monate.

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