Exxon
Pyrrhussieg über Chavez

Der Partner des Öltitans in einem großen venezulanischen Ölfeld haben den Forderungen von Chavez nachgegeben. Exxon ging vor Gericht - und gewann einen UK Gerichtsbeschluss, der 12 Milliarden Dollar venezulanisches Vermögen einfriert. Exxon war im Recht. Aber diese strittige Annäherung könnte Exxon später schaden, wenn die Ölstaaten gefügigere Partner bevorzugen.

Vergangene Woche erreichte Exxon einen rechtlichen Sieg gegen die Wiederauferstehung des Ölnationalismus. Der texanische Öltitan überzeugte ein britisches Gericht, die Summe von 12 Milliarden Dollar venezulanisches Kapital einzufrieren, als schwebendes Ergebnis einer Klage gegen die Nation, da sie Exxon letztes Jahr aus einem Schlüssel-Öl-Projekt rausgeschmissen hatte. Die Regierung von Hugo Chavez brandmarkte Exxons Schritt schnell als einen Akt des"juristischen Terrorismus". Aber während Exxon die Regeln des Gesetzes auf seiner Seite haben mag, sollten Aktionäre erkennen, dass diese strittige Herausforderung andere Öl-Staaten nun zum Nachdenken bewegen könnte, ob sie sich zukünftig mit Exxon zusammen betten möchten.

Als Chavez das Vermögen ausländischer Ölunternehmen als Teil seiner "Bolivar Revolution" enteignete, reagierten die betroffenen Energiegiganten auf viele unterschiedliche Arten. Total (Frankreich) und StatoilHydro (Norwegen) zogen sich still zurück, nach privaten Verhandlungen mit Venezuela, um wenigstens etwas Geld zurückzubekommen - allerdings nicht auch nur annähernd dem eigentlichen Gewinneinsatz im Orinoco Projekt entsprechend. ConocoPhillips beschwerte sich etwas öffentlicher, nahm dennoch private Abfindungsverhandlungen auf.

Exxon auf der anderen Seite, zog sich aus dem Land zurück und griff nach Chavez' Kehle, indem sie eine sehr öffentliche Klage einreichten. Sie gelobten, dass Geld zurückzubekommen, dass sie verloren hatten und suchten eine Abfindung für Chavez' Unterlassung, die legalen Verträge mit Venezuela anzuerkennen. Exxon ist es nicht gewohnt, herumkommandiert zu werden. Schon in der Vergangenheit hat Exxon Wutanfälle zu Tage gebracht, wenn sie aus Schlüsselprojekten geworfen wurden - zuletzt in Kasachstan. Und es ist das gute Recht sich auf die Regeln des Gesetzes zu berufen um diesen Fall anzutreiben.

Aber zu einer Zeit, wo 94 % der Weltreserven für Ölunternehmen der Privatwirtschaft tabu sind, sind solche abgebrühten Taktiken nicht ohne Risiko. Dadurch, dass Venezuela aus dem internationalen Finanzsystem ausgeschlossen wird, bis das Gericht über die Klage entscheidet, hat Exxon seinen Disput mit einer ölfördernden Nation zu neuen Höhen getrieben. Exxons Reputation als der effizienteste Operator ist vielleicht nicht ausreichend um gegen die Auffassung entgegenzuwirken, dass sie auch in Zukunft Ärger machen werden , wenn die Ölführenden jemals die Bedingungen einer Vereinbarung ändern wollen.

Eine Reputation als starker Mann, der schnell die Anwälte ruft, könnte Exxon dazu bringen, dass sie Verträge an Rivalen wie Total oder Statoil verlieren, welche vielleicht gefügiger gegenüber den Wünschen eines Diktators scheinen. Exxons Sieg in Großbritannien mag sich als pyrrisch herausstellen, wenn ölfördernde Länder es sich zweimal überlegen, ob sie mit einem Ölunternehmen zusammenarbeiten wollen, dass darum kämpft, einen Vertrag zu erzwingen.

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