Fannie Mae könnte (doch) mehr Kapital gebrauchen
Nachschlag, bitte

Solange die Märkte nicht drastisch einbrechen, ist die Kapitalbasis von Fannie Mae stark genug, glaubt man beim US-Hypothekenbankgiganten. Aber genau dieser Fall könnte eintreten. Der Preisverfall auf dem Markt für Wohnimmobilien beschleunigt sich. Schlimmer noch, der Prozentsatz der leerstehenden Wohnungen ist so hoch wie seit 50 Jahren nicht mehr.

Fannie Mae: Als Fannie Mae im Februar ihr Jahresergebnis veröffentlichte, hieß es aus den Reihen der Hypothekenbank, nach dem Verkauf von Vorzugsaktien im Volumen von 7 Milliarden Dollar im Dezember sei der Kapitalbedarf gedeckt. Man rechnete vor, dass die Kapitaldecke mehr als ausreiche, um einen Preisverfall bei Wohnimmobilien von 5 bis 7 Prozent im Jahr 2008 auszugleichen. Nur zwei Monate später wirkt diese Prognose fast zu rosig. Kommt es noch schlimmer, könnte Fannie Mae gezwungen sein weiteres Kapital aufzunehmen.

Der Preisverfall bei Wohnimmobilien scheint sich zu beschleunigen. Der S&P/Case-Shiller-Preisindex für Wohnimmobilien sank am Dienstag so stark wie noch nie zuvor. Der Index, der die Preisentwicklung aus 20 US-Regionen zusammenfasst, zeigte für Februar einen Rückgang um 2,6 Prozent. Auf das Jahr hochgerechnet könnte der Preisverfall im Jahr 2008 damit über 25 Prozent erreichen. Das ist vielleicht übertrieben, aber der beschleunigte Rückgang des wichtigsten Indexes am Wohnungsmarkt ist ein ernstzunehmendes Zeichen.

Die Prognosen für Fannie Mae sind damit nicht direkt vergleichbar. Der Index, den Fannie Mae zugrunde legt, wird vom Office of Federal Housing Enterprise Oversight (OFHEO) berechnet und berücksichtigt nur Immobilien, die mit Hypotheken nach den Darlehensrichtlinien von Fannie Mae und Freddie Mac belastet sind. Da die Kreditvergaben nach diesen Richtlinien konservativ erfolgen, ist der OFHEO-Index von den schlimmsten Immobilienexzessen verschont geblieben, so dass sein Abwärtspotenzial geringer ausfallen dürfte.

Dennoch verschlechtert sich das Bild auch nach dem OFHEO-Index. Während eines wirtschaftlichen Abschwungs steigen die Ausfallquoten. Und der Prozentsatz leerstehender Häuser liegt nach den Berechnungen des US-Census-Bureau mit 2,9 Prozent im ersten Quartal auf dem höchsten Niveau seit 50 Jahren. Das Überangebot wird weiter auf die Preise drücken. Der Prozentsatz der Eigenheimbesitzer unter der Bevölkerung sinkt inzwischen wieder unter die Höchststände. Auch die Vermietung von leerstehenden Immobilien scheint keine Lösung. Bei den Mietimmobilien liegt der Leerstand bei 10 Prozent laut Census-Bureau.

Fannie weist darauf hin, dass es noch andere Optionen als eine Kapitalerhöhung hat, darunter zum Beispiel einen Verkauf von Vermögenswerten oder eine Verringerung von Hypothekenankäufen. Aber die dominante Position als führendes amerikanisches Hypothekeninstitut und politischer Druck auf Fannie und Freddie mehr Geld in den Hypothekenmarkt zu pumpen, könnte die Flexibilität des Unternehmens einschränken. Die leidgeprüften Aktionäre sollten sich schon einmal euf eine weitere Verwässerung ihrer Anteile gefasst machen.

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