Fed
Bernankes Wohltätigkeit

Der Chef der US-Notenbank tut sich immer noch schwer damit, die Banken zur Kreditvergabe zu animieren. Ben Bernankes Entscheidung, forderungsbesicherte Wertpapiere im Gegenzug für US-Schatzanleihen zu akzeptieren, könnte hilfreich sein. Dadurch könnten die Banken willkommene Liquidität aus ihren großen und zunehmend wackeliger werdenden Portfolios für Kreditkartenforderungen und Autofinanzierungen herauslösen.

Der US-Aktienmarkt erholt sich, hochverzinsliche Kredite und Anleihen verzeichnen umfangreiche Kursgewinne – und Ben Bernanke verhält sich ganz so, als ob die Finanzkrise sich verschärfen würde. Er hat einen guten Grund dazu. Es sind nicht die Banken, die bei den Aktien, Krediten und Anleihen für einen Aufschwung sorgen. Sie suchen vielmehr immer noch nach billigen Refinanzierungswegen. Die Entscheidung des US-Notenbankchefs, ihnen zu erlauben, bei den laufenden Auktionen der Fed ein breiteres Spektrum an Sicherheiten gegen US-Schatzanleihen einzutauschen, könnte die Kreditinstitute dabei unterstützen, sich willkommene Liquidität zu verschaffen.

Die Ankündigung der Fed war überraschend gekommen. Schließlich waren bei der jüngsten Gelegenheit, im Rahmen der Term Securities Lending Facility (TSLF) über 200 Mrd. Dollar Schatzpapiere zu tauschen, die angebotenen 25 Mrd. Dollar nicht einmal vollständig nachgefragt worden. Daraus ließe sich eigentlich schließen, dass sich die Krise entschärft. Aber die Banken haben weiterhin Probleme. Der Risiko-Aufschlag, den sie sich für Kredite gegenseitig in Rechnung stellen, ist immer noch etwa sieben Mal höher als vor der Kreditkrise.

Zudem haben die Kreditinstitute mehr als den Diskontsatz der Fed gezahlt, um Ausleihungen gemäß der anonymen Term Auction Facility (TAF) vorzunehmen – ein Programm, das besicherte Bar-Kredite herauslegt und das Bernanke gerade um 50 Prozent erweitert hat. Das zeigt, dass die Banken bereit sind, einen Aufschlag zu zahlen, wenn sie dadurch dem Stigma des Diskontfensters entgehen können – welches ihre Chancen weiter verschlechtert, Mittel von den Konkurrenten zu bekommen.

Es könnte sein, dass die Banken der Fed schon den größten Teil ihrer erstklassig eingestuften Staats- und staatlich gestützten Papiere und hypothekenbesicherten Titel, die sie nicht als Sicherheit für ihr tägliches Handelsgeschäft brauchen, überreicht haben. Dabei handelt es sich um die Art von Vermögenswerten, die die Fed bei ihren vorhergehenden TSLF- und TAF-Versteigerungen angenommen hat. Dies würde auch einige der jüngsten Ergebnisse der TSLF-Auktionen erklären.

Wenn dem so ist, dann sieht Bernankes Schritt clever aus, die Sicherheiten, die die Fed akzeptiert, um forderungsbesicherte Wertpapiere - wie etwa jene, die mit Autofinanzierungen, Kreditkartenforderungen und anderen verbraucherbezogenen Krediten unterlegt sind - zu erweitern. Natürlich bringt die Entscheidung der Fed, mehr Vermögenswerte zu halten, die von der guten Verfassung der immer stärker belasteten US-Verbraucher abhängen, zusätzliche Risiken für die Steuerzahler mit sich. Aber die Wette könnte sich auszahlen. Schließlich halten die Banken eine Menge dieser Vermögenswerte. Sie werden jetzt in die Lage versetzt, ein bisschen Liquidität aus ihnen abzuziehen. Wenn sie ihre Kapitalpositionen genau zu dem Zeitpunkt stützen können, zu dem ihre Verbraucherkreditportfolios anfangen, instabil zu werden, könnte es den Banken erspart bleiben, sich sogar noch weiter einschränken zu müssen.

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