Fed vs. Bank of England
Quid pro quid

Das neue Sonderliquiditätsprogramm der Bank of England (BoE) erlaubt es den Banken, forderungsbesicherte Wertpapiere gegen Staatsanleihen zu tauschen. Es gleicht darin einer der Fazilitäten der US-Notenbank Fed. Es gibt einige wichtige Unterschiede, aber im Großen und Ganzen zeigt sich die BoE nicht so großzügig wie die Fed. Das ist klug.

Die Bank of England (BoE) erfreut sich der Vorteile des Nachzüglers. Die britische Zentralbank hat zunächst verfolgt, wie sich die drei Liquiditätsprogramme bewähren, die die US-Notenbank Federal Reserve aufgelegt hat, um die Kreditmärkte aufzutauen. Und schließlich hat sie sich dazu entschlossen, ihr Sonderliquiditätsprogramm über 50 Mrd. Pfund Sterling an einer der Fed-Fazilitäten auszurichten. Aber der britische Plan ist weniger großzügig.

Die Initiative der BoE gleicht der Term Securities Lending Facility, oder TSLF, der Fed. Gemäß dieser Fazilität können Investmentbanken eine breites Spektrum an Wertpapieren, darunter forderungsbesicherte und durch Hypotheken unterlegte Schuldtitel, gegen US-Schatzanleihen tauschen. Das britische Programme ist auf im Einlagengeschäft tätige Banken beschränkt, daher sind die beiden Initiativen nicht direkt vergleichbar – für Banken bietet die Fed besicherte Kredite, keine Swaps, an.

Und doch kann man insgesamt darauf schließen, dass die BoE zurückhaltender vorgeht. Vor allem ist sie, was die Sicherheiten angeht, strenger. Die britischen Währungshüter werden nur Staatsanleihen über 73 bis 88 Prozent des Marktwerts der Sicherheiten des Privatsektors mit erstklassigem Rating locker machen und zwar abhängig von deren Typus und der Verfügbarkeit von Kursen. Die Fed rückt 80 bis 98 Prozent heraus.

Beide Notenbanken erheben auch Gebühren. Auf dem derzeitigen Niveau erscheinen die Gebühren der Fed auf Jahresbasis höher. Aber die Tatsache, dass die Banken gemäß dem britischen Plan weniger Staatstitel gegen jeden Dollar ihrer Sicherheiten erhalten, zeigt, dass die Gebühren sich tatsächlich mehr oder weniger entsprechen.

Während die Swaps der Fed in 28 Tagen fällig werden, haben die der BoE eine Laufzeit von einem Jahr. Die Fälligkeit der britischen Swaps mag zwar auf den ersten Blick vorteilhaft aussehen, aber sie bringt den Banken nicht viel. Die variable Gebühr der BoE wird alle drei Monate neu festgelegt und sie hat sich seit Ende Februar verdoppelt. Und die Banken müssen Liquidität nachschießen, wenn ihre Sicherheiten sich verschlechtern.

Die BoE tut gut daran, die Banken etwas härter an die Kandare zu nehmen als die Fed. Schließlich wird die Zentralbank, wenn sich die Krise weiter verschärft, die britischen Steuerzahler damit besser geschützt und nicht so viel Pulver verschossen haben.

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