Fed
Zurück zum Wesentlichen

Die Vorschläge der US-Notenbank Fed, den Verbraucherschutz bei Hypotheken zu stärken, kommen vielleicht ein bisschen spät. Aber sie sind vernünftig. So vernünftig, dass man sich kaum vorstellen kann, dass die Kapitalgeber sie aus dem Blick verloren hatten. Sie mögen ein wenig zur Entspannung der Situation beitragen, werden aber die nächste Runde der Exzesse nicht aufhalten.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat einige logische Vorschläge gemacht, um die Verbraucher gegen Verstöße bei der Vergabe von Hypotheken zu schützen. Zu Recht vom Markt zur Einsicht gezwungen, folgen die Hypothekenfinanzierer ihnen wahrscheinlich sowieso schon. Sie werden dazu beitragen, dass Teile der Branche auf dem Pfad der Tugend bleiben, aber die nächsten Exzesse werden vermutlich an anderer Stelle zu Tage treten.

Es ist schon verwunderlich, dass die Kreditanbieter einige dieser Vorschläge überhaupt aus dem Blick verloren haben. Man schaue sich nur einmal diesen Rat der Fed an: „Den Gläubigern wäre untersagt, sich an einem Muster oder einer Verfahrensweise zu beteiligen, Kredite zu vergeben, ohne die Fähigkeit des Schuldners zu berücksichtigen, den Kredit zurückzuzahlen.“ Die US-Zentralbank legt den Geldgebern im Wesentlichen nahe, ein wenig grundlegende Kreditanalyse zu betreiben. Damit hatten sie nämlich während des Kreditvergabe-Booms 2005 bis 2007 aufgehört, weil sie leicht und schnell jeden Kredit zur Verbriefung weiterverkaufen konnten. Das zeigt, dass man sich nicht immer auf die Marktkräfte verlassen kann, wenn es darum geht, scheinbar offensichtliche Vorgehensweisen des Risiko-Managements anzuwenden.

Ebenso vernünftig will das Team von Fed-Chef Bernanke die Hypothekenmakler zügeln - diese oft unbekümmerten Vermittler, die einer Vielzahl amerikanischer Darlehensnehmer gegen satte Gebühren fröhlich dabei geholfen haben, sich mit Schulden zu übernehmen. Die Vorschläge umfassen eine bessere Offenlegung der Maklergebühren und ein Verbot – das auch für die Kapitalgeber gilt – Schätzer unter Druck zu setzen, um den Wert der Häuser künstlich aufzublähen.

Das sind alles elementare Dinge. Die Vorschläge gehen nicht weit über das hinaus, was Kreditanbieter sowieso beherzigen sollten und wahrscheinlich auch tun, nachdem jetzt der Verbriefungsmarkt zusammengebrochen ist, zumindest was die „teureren“ Hypotheken angeht, auf die Bernanke und Co. abzielen. Und der Katalog ist ziemlich eng gefasst. Das ist wahrscheinlich besser, als die sowieso schon nervösen Märkte mit einem breiten Spektrum drakonischer Regeln in die Ecke zu drängen. Aber einige Gesetzgeber werden bald mehr wollen.

Zwar sollten die vernünftigen, aber moderaten Vorschläge der Fed dazu beitragen, unter den Hypothekennehmern und den Investoren wieder ein wenig Vertrauen zu wecken. Aber es bleiben noch einige knifflige Fragen offen – besonders im Hinblick auf die Verantwortlichkeiten der Investmentbanken, die Hypotheken verbriefen, und der Rating-Agenturen, die die daraus entstehenden Wertpapiere auf ihre Kreditwürdigkeit hin prüfen und so weiter. Und wenn man weiterdenkt, dann werden die eingeschränkten neuen Regeln der Fed die unvermeidlichen Exzesse bei der Kreditvergabe nicht verhindern, die früher oder später in irgendeiner Ecke der Finanzwelt wieder auftauchen werden.

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