Finanzaufsicht FSA
Lasst uns teilen

Sie versagte bei Northern Rock, übersah die die Probleme kapitalschwacher Banken und verstand die Marktbedrohung nicht: die britische Finanzaufsicht FSA. Am besten wird die Behörde in zwei Teile zerlegt - Kundenschutz auf der einen Seite, Firmenregulierung und Systemaufsicht auf der anderen. Danach sollte die Bank von England sich den systemischen Fragen annehmen.
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Sich trennen ist nicht einfach. Es ist aber das, was mit der Financial Services Authority (FSA) geschehen sollte. Die britische Finanzaufsicht ist kaum zehn Jahre alt, dennoch ist die Zeit gekommen, ihre Funktionen in getrennte Behörden mit klaren Verantwortlichkeiten aufzuteilen.

Die FSA konnte in der Krise nicht überzeugen. Nach eigenem Eingeständnis übersah sie bei Northern Rock aufblinkende Warnzeichen, versäumte zu erkennen, wie Banken sich überforderten, und verstand systemische Risken nicht.

Im dreigliedrigen britischen System hat die FSA eine Reihe von Zuständigkeiten: Veröffentlichung detaillierter Regulierungen, Zulassung und Überwachung von Unternehmen, Entschädigung von Anlegern und Bankkunden sowie deren Schutz und Aufklärung. Die Bank von England kümmert sich um Geldpolitik und finanzielle Stabilität, das Finanzministerium ist für die Marktökonomie zuständig.

Auf Seiten der FSA gab es viele Probleme. Die Behörde konnte die verschiedenen Denkweisen nicht unter einen Hut bringen, die für den Anlegerschutz und die Unternehmensregulierung nötig sind. Die FSA-Regulatoren kamen oft aus der Finanzbranche. Das ist zwar nicht unüblich, doch den Betroffenen fiel es schwer, eine wirklich unabhängige Haltung einzunehmen. Vor allem aber zeigte die Krise, wie viele Lücken sich in der Regulierung entwickeln und ausweiten können, wenn die Aufteilung der Verantwortlichkeiten unklar ist.

Was sollte getan werden? Die USA mit ihrer Fülle von sich überschneidenden und miteinander konkurrierenden Behörden ist kein gutes Vorbild. Auch dort schnitt das System schlecht ab.

Ein besseres Modell kommt aus Australien und den Niederlanden: der "Doppelspitzen"-Ansatz. Firmenzulassung und Aufsicht gehören zu einer Behörde, der Anlegerschutz zu einer anderen. Auf diese Weise können die verschiedenen Fähigkeiten voll zum Tragen kommen, außerdem wird sichergestellt, dass Spannungen zwischen den beiden Verantwortlichkeiten in der Öffentlichkeit bemerkt und nicht hinter den geschlossen Türen einer Einzelbehörde verborgen werden.

Alternativ dazu könnte die Bankenaufsicht von der Aufsicht über andere Finanzunternehmen getrennt werden, doch in einem integrierten Finanzsystem ist dies unpraktisch und sogar gefährlich.

Würde die FSA einfach in zwei Teile geteilt, wäre das Ergebnis ein "viergliedriges" Arrangement in Großbritannien. Das erscheint übertrieben. Statt dessen sollte die Zulassung und Überwachung zur Bank von England zurückkehren. Manchmal kann eine Trennung auch bedeuten, dass man wieder zueinander findet.

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