Finanzinvestoren
Blackstone: Der Tag der Abrechnung naht

Die katastrophalen Ergebnisse von Blackstone im vierten Quartal und weiter absackende Beteiligungswerte spiegeln die Leiden der gesamten Buyout-Branche wider. Allerdings könnte ihre auf Diversifizierung ausgelegte Strategie Blackstone in die Lage versetzen, dem Sturm besser die Stirn zu bieten als ihre Rivalen. Das sind schlechte Vorzeichen für andere Buyout-Firmen.

Die Ergebnisse von Blackstone im vierten Quartal zeigen, dass der Tag der Abrechnung für Buyout-Firmen naht. Die katastrophalen Resultate des Unternehmens und weiter absackende Beteiligungswerte spiegeln die Leiden der Branche wider. Aber durch ihre auf Diversifizierung ausgelegte Strategie könnte Blackstone besser als ihre Konkurrenten in der Lage sein, dem Sturm die Stirn zu bieten. Das sind allerdings schlechte Vorzeigen für andere Firmen, die sich auf Übernahmen spezialisiert haben.

Der Quartalsausweis von Blackstone liest sich düster. Das Unternehmen schrieb im Berichtszeitraum ihre Immobilieninvestitionen um happige 30 Prozent und ihre Private Equity-Investitionen um 20 Prozent ab. Blackstone strich zudem die Dividende und wies einen Verlust vor Steuern, Belastungen aus Aktienoptionen für Mitarbeiter und der Abschreibung immaterieller Vermögenswerte - das ist die bevorzugte Ergebniskennzahl der Beteiligungsgesellschaft- aus. Mit weiteren Abschreibungen dürfte zu rechnen sein. Während der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen mussten Blackstone-Vertreter sogar die Frage abwimmeln, ob ihre Fonds liquidiert würden - so besorgt sind die Aktionäre über die Zukunftsaussichten der Firma.

Auch wenn Blackstone den Analysten versicherte, dass eine Abwicklung unwahrscheinlich sei, sagte Präsident Tony James dennoch, dass die Lage sich erst noch einmal verschlechtern werde, bevor es wieder aufwärts gehe. Die Buyout-Investoren seien extrem verunsichert, wollten derzeit kein weiteres Geld mehr investieren und viele von ihnen hätten Liquiditätsprobleme, sagte James. Auch bei Blackstone stehen mehrere Investitionen auf der Kippe - weitere Abschreibungen sind also durchaus drin.

Und doch blitzt am Horizont ein kleiner Lichtschein auf. Laut James hatte Blackstone erkannt, dass der Markt 2006 seine Spitze erreicht hatte, und daraufhin seine Investitionen etwas gedämpft - obwohl dies das Unternehmen nicht davon abgehalten hatte, im kommenden Jahr an die Börse zu gehen. Derzeit richtet Blackstone einen neuen Fonds ein und verfügt auch noch über andere Geschäftsbereiche, wie den GSO Hedge Fonds, so dass das Unternehmen zu einem gewissen Grad diversifiziert ist.

Firmen, die sich einzig und allein auf Übernahmen stützen, könnten schwerer in Mitleidenschaft gezogen werden. Außerdem ist bei Blackstone - noch - nichts wirklich schief gegangen, anders als etwa bei TPG mit ihrem 1,3 Mrd. Dollar schweren Deal mit Washington Mutual oder bei Cerberus mit ihren Investitionen im Autosektor. Blackstone mag den Tag der Abrechnung in der Private Equity-Branche überleben, andere Mitstreiter blicken in eine viel ungewissere Zukunft.

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