Finanzkrise
Evolution bei Private Equity

Manager alternativer Anlageklassen dürften ihre Beteiligungen jetzt wahrscheinlich öfter neu bewerten, um sie den Bewegungen der Kapitalmärkte anzupassen. Ein börsennotierter Fonds von KKR hat gerade mehrere Vermögenswerte abgeschrieben. Dadurch kommen den Investoren zwar erfreulicherweise mehr Informationen zu, aber gleichzeitig müssen sie mit einer größeren Volatilität rechnen.

Private Equity-Häuser planen, ihre Beteiligungen öfter neu zu bewerten, um die Bewegungen der öffentlichen Kapitalmärkte widerzuspiegeln. Ein in Amsterdam notierter Fonds von Kohlberg Kravis Roberts (KKR) hat gerade mehrere Vermögenswerte abgeschrieben. Die Investoren erhalten dadurch zwar mehr Informationen, müssen aber gleichzeitig mit einer größeren Volatilität rechnen. Das könnte ihre Einstellung gegenüber den Buyout-Fonds ändern.

Es gibt durchaus Gründe für die Beteiligungsgesellschaften, die Bewertung ihrer Investitionen stärker an den Märkten auszurichten. Die Kreditkrise hat den Anlegern die Probleme mit den Bewertungen vor Augen geführt, die illiquiden Vermögenswerten anhaften. Und die Veränderungen bei den US-Bilanzierungsrichtlinien haben eine stärkere Offenlegung darüber erzwungen, wie Vermögenswerte bei notierten Investmentbanken und anderen bewertet werden. Die Investoren könnten die Buyout-Firmen bedrängen, in gleicher Weise vorzugehen, selbst wenn sie dazu gesetzlich nicht verpflichtet sind. Öffentlich gehandelte Fonds – und Manager wie Blackstone – haben das vielleicht ohnehin vor.

Die Investoren sollten den Zugewinn an Information willkommen heißen. Aber es könnte sein, dass sie nicht immer gut heißen, was sie dann zu sehen bekommen. Die Anleger von KKR Private Equity Investors haben dem Kurs des Unternehmens nach den Abschreibungen auf sieben Investitionen in der vergangenen Woche Verluste von über fünf Prozent beschert.

Potenziell vorübergehende Rückschläge bedeuten allerdings nicht, dass sich die Investoren gleich ganz zurückziehen sollten. Und selbst wenn sie das vorhätten, kann man sich aus den meisten PE-Investitionen nicht so einfach verabschieden wie aus einem notierten Fonds. Aber durch eine Reihe von Neubewertungen, ganz gleich ob nach oben oder nach unten, könnte zu Tage treten, dass Beteiligungsinvestitionen größeren Kursschwankungen ausgesetzt sind als man dies in der Vergangenheit vermutet hatte. Denn früher tendierten die Manager dazu, die Investitionen nach den langfristigen Cash Flow-Erwartungen und nicht so stark nach den Marktfluktuationen zu bewerten.

Wenn am Markt größere Schwankungen herrschen, könnten einige Investoren den Renditen, die sie erhalten, einen größeren Risiko-Faktor beimessen. Oder die Volatilität könnte ihre Auswahl des Zeitpunkts beeinflussen, wann sie den Managern mehr Liquidität zukommen lassen. Natürlich sollte die endgültige Ausschüttung an die Investoren bei den jeweiligen PE-Fonds auf die eine wie auch die andere Art die gleiche sein. Aber die PE-Manager werden lernen müssen, die Investoren zufrieden zu stellen, die sich nicht nur um das Ziel, sondern auch um den eingeschlagenen Weg sorgen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%