Finanzmarkt
Blackstone überlistet den Kreditmarkt

Der Blackstone-Chef nutzte den Boom am Beteiligungsmarkt, um seine kreditfinanzierten Unternehmensübernahmen (LBOs) zu minimalen Kosten zu finanzieren. Jetzt verkauft sein Buyout-Shop Anleihen und profitiert damit von der Rallye bei Festverzinslichen mit Investmentqualität.
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Der Blackstone-Chef nutzte den Boom am Beteiligungsmarkt, um seine Unternehmensübernahmen (LBOs) zu minimalen Kosten zu finanzieren. Jetzt verkauft sein Buyout-Shop Anleihen und profitiert damit von der Rallye bei Festverzinslichen mit Investmentqualität. Aber die jetzigen Geldgeber dürften damit besser fahren als ihre glücklosen Brüder, die ihr Kapital in Beteiligungsfonds investierten.

Schwarzmans Timing stimmt. Der Markt für Investmentgrade-Anleihen hat sich dramatisch erholt. Die Rendite einiger Blackrock-Bonds zum Beispiel ist von mehr als 11 Prozent gegen Ende des vergangenen Jahres auf inzwischen rund 5 Prozent gefallen. Blackstone spielt in einer etwas anderen Liga, das Kerngeschäft des Unternehmens ist die Beratung und ein beträchtlicher Teil seiner Erträge stammt dementsprechend aus schwankenden Erfolgsprämien - die zugegebenermaßen in jüngster Zeit eher mager ausfielen.

Aber die Kreditgeber glauben ja auch, dass Banken mit potenziell volatilem Eigenhandel inzwischen weniger riskant sind. Goldman Sachs muss auf dem Markt für Credit Default Swaps heute nur noch ein Viertel der Kosten bezahlen, die noch vor ein paar Monaten für Kreditausfallversicherungen fällig wurden. Und die Kreditratings von Goldman, Blackrock und Blackstone liegen alle auf der gleichen Ebene.

Blackstones Liquiditätssituation wird sich nach Platzierung der Anleihe, deren Preis am Donnerstag Nachmittag festgelegt wurde, deutlich verbessern. Gegenwärtig verfügt die Beteiligungsgesellschaft über Cashreserven in Höhe von 785 Millionen Dollar zuzüglich einer noch nicht in Anspruch genommenen Kreditlinie von noch einmal einer Milliarde Dollar. Die neuen Schuldtitel, die zu Mittelzuflüssen von unter einer Milliarde Dollar führen werden, sollen die Kreditlaufzeiten verlängern und die Kriegskasse füllen, um im Bedarfsfall auf Akquisitionsmöglichkeiten reagieren zu können.

Natürlich sollten die Käufer der Anleihen bei ihren Investitionen Vorsicht walten lassen. Die Manager von alternativen Vermögensanlagen dürfen sich nicht zu hoch verschulden. Ihre Erfolgsprämien schwanken dramatisch. Investoren sollten ihr Augenmerk stattdessen auf Blackstones sehr stabile Managementgebühren richten, wenn sie die Kreditwürdigkeit des Unternehmens prüfen.

Selbst dann sollte die Kreditaufnahme Blackstone aber keine Probleme verursachen. Bis Redaktionsschluss standen die Konditionen noch nicht fest, aber angenommen die Beteiligungsgesellschaft legt Anleihen im Wert von einer Milliarde Dollar mit einem Kupon von 6,5 Prozent auf. Dann müsste Blackstone pro Jahr nicht einmal 4 Prozent seiner Managementgebühren des Jahres 2008 auszahlen. Es bliebe also ein großes Sicherheitspolster. Die Investoren der Schwarzman LBOs mussten während des Auf und Abs der vergangenen zwei Jahre vielleicht Verluste einstecken. Aber den neuen Kreditgebern sollte es diesmal besser ergehen.

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