Flash-Speicherhersteller
Milliardenschwerer Rettungsring für Sandisk

Sandisk sah anfällig für die Offerte über 5,9 Mrd. Dollar aus, mit der der südkoreanische Riese Samsung den taumelnden Flash-Speicherhersteller übernehmen wollte. Jetzt hat Samsungs Erzrivale Toshiba mit aller Macht eingegriffen. Er will Überschusskapazitäten über eine Mrd. Dollar von Sandisk kaufen. Damit könnte Sandisk Samsung einen höheren Preis abtrotzen.

Sandisk sah anfällig aus für die Übernahmeofferte von Samsung über 5,9 Mrd. Dollar, die der südkoreanische Elektronikriese im vergangenen Monat vorgelegt hatte. Jetzt ist Toshiba, der Erzrivale von Samsung, mit aller Macht dazwischengefahren. Toshiba zahlt dem taumelnden Flash-Speicherhersteller eine Mrd. Dollar, um einen Teil der Produktionskapazitäten von Sandisk zu übernehmen. Damit könnte Sandisk seine Bilanz stützen und Zeit gewonnen haben, um Samsung einen höheren Preis abzutrotzen.

Als Samsung Sandisk vor einem Monat einen Aufschlag um 93 Prozent auf seinen Aktienkurs angeboten hatte, hatte Sandisk dies nicht als Geschenk empfunden - zu Recht. Eine Übernahme würde das Ende der umfangreichen Lizenzgebührzahlungen bedeuten, die Samsung an Sandisk zu entrichten hat und deren Gegenwartswert nach Schätzungen von Goldman Sachs bei bis zu fünf Mrd. Dollar liegen könnte. Dies würde bedeuten, dass die Offerte über 5,9 Mrd. Dollar die verbleibenden Geschäftsbereiche von Sandisk mit einem mageren Viertel seiner Einnahmen bewertet.

Aber Sandisk hatte kaum ein Druckmittel in der Hand, um Samsung zu einer Nachbesserung des Gebots zu zwingen. Der Aktienkurs des Flash-Speicherherstellers hatte im Lauf des vergangenen Jahres um rund 70 Prozent an Wert verloren, da sich Sandisk einer dreifachen Bedrohung ausgesetzt sieht: In den Schwellenländern sinkt sein Marktanteil, die Gewinnspannen rauschen in den Keller und die Schwäche der Verbraucher greift weiter um sich. Ein Verlustausweis ist da keine große Überraschung mehr. Zudem steckt seine Bilanz bis oben hin voll mit Finanzierungsverpflichtungen und Verbindlichkeiten über 1,2 Mrd. Dollar.

Auftritt Toshiba. Der japanische Elektronikgigant zahlt Sandisk für 30 Prozent der Flash-Speicherkapazität in drei bestehenden Gemeinschaftsunternehmen zwischen den Firmen. Das zusätzliche Bargeld verleiht Sandisk einen längeren Atem und mehr Zeit zum Verhandeln. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Abschluss, weil es die Kartellbedenken gegenüber einem Zusammenschluss zwischen Sandisk und Samsung abmildert. Es sieht fast so aus, als habe Toshiba dafür gesorgt, dass ein Deal zwischen Sandisk und seinem Konkurrenten leichter umzusetzen ist.

Die Frage ist nur, warum. Vielleicht geht die japanische Firma davon aus, dass Samsung Sandisk ohnehin übernehmen wird und wollte den Rivalen deshalb dazu zwingen, einen höheren Preis zu zahlen. Oder sie will vielleicht ihre Herstellungskapazitäten schützen, für den Fall, dass tatsächlich eine Transaktion zustande kommt. Auf jeden Fall hat sie Sandisk gerade einen Rettungsring über eine Mrd. Dollar zugeworfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%