Flughafenbetreiber BAA
Auf keinen Fall, CAA

Der schwer verschuldete Flughafenbetreiber BAA erhält die Erlaubnis, die Gebühren für die Luftverkehrsgesellschaften um 23,5 Prozent anzuheben. Die höheren Einnahmen sollen helfen, den höheren Investitionsbedarf zu finanzieren. Allerdings kommt BAA damit noch nicht in die Nähe der Beträge, die es zu erzielen hoffte.

Nach zweieinhalb Jahren Arbeit präsentiert die britische zivile Luftraumbehörde Flughafengebühren, die niemanden zufriedenstellen. BAA, der schwer verschuldete Flughafenbetreiber, bezichtigt die CAA (Civil Aviation Authority) des Geizes. Die Fluglinien, die sich bisher über Flughafengebühren freuen konnten, die zu den niedrigsten in Europa gehörten, werfen der Behörde wiederum vor, sie habe sich von BAA unter Druck setzen lassen. Wer hat nun Recht?

Die Erhöhung der Flughafengebühren gibt Ferrovial, dem hoch verschuldeten Eigentümer von BAA, Auftrieb, wenn auch nur mäßigen. BAA erhält die Erlaubnis, die Gebühren in Heathrow um 23,5 Prozent, und damit stärker als erwartet, anzuheben, für Gatwick wurde ein Zuschlag von 21 Prozent genehmigt. Die höheren Einnahmen sollen in erster Linie dazu dienen, Investitionen in Höhe von 4,8 Milliarden britischen Pfund über einen Zeitraum von fünf Jahren zu finanzieren. Die höheren Gebühren ermöglichen – verglichen mit dem ursprünglichen Vorschlag der CAA vom November – ein Umsatzplus von 400 Millionen Pfund und liegen damit um 17 Prozent über der Empfehlung der Wettbewerbskommission.

Es ist nicht schwer zu verstehen, warum die Fluglinien, die bisher von vergleichsweise geringen Gebühren profitierten, gegen die Entscheidung Sturm laufen. Ein Teil des Problems liegt in den erdrückenden Vorschriften, denen britische Flughäfen in der Vergangenheit unterworfen waren und die dazu führten, dass Passagiere unter Dritte-Welt-Bedingungen zu leiden haben.

Die Hoffnungen, dass BAA die Zielvorgaben der CAA erfüllen kann, sind gering, selbst wenn die Aufsichtsbehörde härtere Strafen eingeführt hat. Und es sind in den letzten drei Monaten auch kaum Veränderungen zu sehen, die die CAA dazu veranlassen könnten, die notwendigen Investitionen und Sicherheitskosten mit etwas milderen Augen zu betrachten.

Die höheren Einnahmen geben BAA etwas Spielraum, allerdings weniger als erhofft. Entscheidend ist, dass die CAA immer noch beabsichtigt, der BAA in Zukunft nur noch geringere Renditen zuzugestehen. Sie werden nach obskuren Regulierungsstandards bemessen und sollen von 7,8 Prozent auf 6,2 Prozent in Heathrow und 6,8 Prozent in Gatwick zurückgefahren werden. Die neuen Sätze liegen deutlich unter der Kapitalkostenschätzung von Ferrovial, die bei 7,2 Prozent liegt. Der enge Renditerahmen wird es schwer machen, in den kommenden drei Monaten 9,5 Milliarden Pfund an Altschulden und Übernahmeverbindlichkeiten zu refinanzieren.

Die Aktionäre scheinen zu einem ähnlichen Schluss gekommen zu sein. Die Neuigkeiten haben den Kurs von Ferrovial um acht Prozent auf 45 Euro nach oben getrieben, aber die Aktien werden immer noch um 40 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau gehandelt.

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