Flughafenbetreiber BAA
Noch mehr Kopfzerbrechen

Ferrovial und ihre Co-Investoren werden noch einmal 400 Mill. Pfund Sterling für die Mammutrefinanzierung über zehn Mrd. Pfund von BAA locker machen müssen. Und selbst dies könnte noch nicht ausreichen, um einige Hedge Fonds für sich zu gewinnen. Das Gute daran ist, dass die Umschuldung nun vielleicht wirklich Gestalt annimmt.

Man muss sich schon fragen, ob Rafael del Pino, der Chef der spanischen Baugruppe Ferrovial, nicht den Tag im Jahr 2006 verflucht, an dem er Goldman Sachs den Flughafenbetreiber BAA vor der Nase weggeschnappt hat. Denn die britische Firma bereitet ihm, angefangen von den Dauerreibereien mit der Branchenaufsicht bis hin zu der Mammutaufgabe, fast zehn Mrd. Pfund Sterling umschulden zu müssen, nichts als Kopfzerbrechen. Das jüngste Ungemach: Ferrovial und die anderen an BAA beteiligten Aktionäre müssen weitere 400 Mill. Pfund in den Flughafenbetreiber pumpen.

Dabei ist BAA gar nicht unbedingt auf eine Liquiditätsspritze angewiesen. Vielmehr sollen damit die Rating-Agenturen überredet werden, die neuen Schuldtitel von BAA mit einer soliden erstklassigen Bonitätsbewertung zu versehen. Dies ist von großer Bedeutung, denn die Firma muss die bestehenden Inhaber der BAA-Hinterlassenschaft von Schuldtiteln über 4,5 Mrd. Pfund davon überzeugen, die neue Schuldenstruktur mit zu tragen, die mit den Cash Flows des Flughafens verbrieft werden. Je besser die Bonitätseinstufung ausfällt, desto leichter wird die Überzeugungsarbeit.

Wenigstens sieht es jetzt so aus, als ob BAA die Refinanzierung tatsächlich anpackt. Die Verhandlungen mit den Anleihe-Inhabern wurden aufgenommen, ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen kurz davor steht, den ersehnten Segen der Rating-Agenturen zu bekommen. Auch die meisten Banken hätten schon unterzeichnet, verlautete aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen. Aber die Spanier können es sich noch nicht leisten, sich entspannt zurückzulehnen. Einige Hedge Fonds sind bei BAA-Bonds eingestiegen und könnten hoffen, einen noch größeren Anreiz aus dem Unternehmen herauszukitzeln.

Und Ferrovial kann sich nicht einmal groß beschweren, da die Baugruppe nur rund 600 Mill. Pfund Eigenkapital in die Finanzierung ihres 62-prozentigen Anteils an BAA gesteckt hat. Aber damals war es BAA noch erlaubt, eine reale Rendite von 7,75 Prozent zu machen. Seitdem hat die Aufsichtsbehörde die Obergrenze für Heathrow auf 6,2 Prozent und auf 6,8 Prozent für Gatwick gesenkt. Wird BAA jetzt noch mehr Eigenkapital zugeführt, sinken die Renditen weiter. Die Kopfschmerzen von Ferrovial sind noch nicht vorüber.

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