Forderungsbesicherte Wertpapiere
Mehr Transparenz

Die Investoren werden den Ruf von US-Finanzminister Hank Paulson nach größerer Transparenz auf dem Markt für forderungsbesicherte Wertpapiere begrüßen. Das wollen sie schon seit Jahren. Jetzt, nach der Krise im Sommer, erhalten sie ihre Chance. Aber die Geschichte legt nahe, dass das nicht ganz einfach wird.

Investoren in forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) werden den Ruf von US-Finanzminister Hank Paulson nach mehr Transparenz begrüßen. Paulson dachte an die in Schieflage geratenen Investmentvehikel für strukturierte Produkte (SIVs), auf die man lange vertraut hatte und die sein Ministerium gerade mit einem Rettungsfonds wieder aufrichten will. Aber eine gesunde Dosis Glasnost würde der gesamten Verbriefungsbranche gut tun.

Die Anleger fordern dies schon seit langem und lautstark. Der Mangel an verlässlichen und standardisierten Werkzeugen für die Preisfestsetzung und die Bewertung solcher Papiere bereitet den Investoren besonders starke Bauchschmerzen, wie eine Umfrage im Auftrag der Interessensvertretung der Branche, des American Securitization Forum, schon 2005 gezeigt hat.

Es hat sich wenig geändert. Das bedeutet, dass der größte Kapitalmarkt Amerikas - Hypotheken-Anleihen allein lassen sowohl US-Staatspapiere als auch Unternehmensbonds klein erscheinen - zugleich auch der undurchsichtigste ist. Das hat zu der Krise im Sommer beigetragen und fast zum Zusammenbruch strukturierter Produkte wie SIVs geführt, in die man lange das Vertrauen gesetzt hatte.

Wie kam das? Das Fehlen eines breiten, liquiden Markts für forderungsbesicherte Schuldtitel bedeutete, dass die Investoren kaum die Möglichkeit, oder den Anreiz, hatten, zu handeln. Als sich die Schwierigkeiten auf dem Markt für US-Hypothekendarlehen zweitklassiger Bonität auf andere Anleihen ausbreitete, die zum Beispiel durch Kreditkartenforderungen oder Autofinanzierungen besichert waren, und so eine Reihe von Anlegern gezwungen war, ihre Vermögenswerte zu verschleudern, gab es keinen funktionierenden Sekundärmarkt, auf dem man sie hätte abladen können. In dem darauf folgenden Gerangel sackten die Preise ab. Und die Makler und Investoren streiten sich immer noch darüber, wie man viele forderungsbesicherte Bonds am besten bewertet.

Das sollte den Investoren Mut machen, ihre Forderungen nach größerer Transparenz zu verstärken. Aber die Geschichte legt nahe, dass das nicht einfach wird. Es hat Jahre gedauert, bis zwei andere große, undurchsichtige Märkte - Unternehmensanleihen und Devisen - ans Tageslicht gezerrt worden waren. Und die Preisfindung bei Unternehmensbonds kann wohl kaum als ideal bezeichnet werden: Während die Broker sämtliche Transaktionen dem "Trace"-System der Marktaufsicht NASD melden müssen, ist es für die Investoren nicht gerade nützlich, wenn wochenlang kein Handel stattfindet.

Und natürlich wird die pure Existenz einer besser zugänglichen Preisfestsetzung nicht plötzlich jede Panik des Marktes wegzaubern. Aber sie wird eine solidere Basis für die Bewertung liefern. Das wäre immerhin besser, als den Sekundärmarkt für ABS-Schuldtitel im Dunkeln zu lassen.

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