Fortress
Das geringere Übel

Einen Tag nach dem Konkurrenten Blackstone hat die Beteiligungs- und Hedge Fonds-Gesellschaft Fortress ebenfalls ihre Ergebnisprognosen verfehlt. Die Investoren hat das kalt gelassen. Das liegt teilweise daran, dass Fortress schon länger notiert ist. Allerdings präsentiert das Unternehmen sein komplexes Geschäft auch klarer. Daran sollte sich Blackstone ein Beispiel nehmen.

Es ist schon traurig, wenn enttäuschende Unternehmensergebnisse eine Erleichterung bringen. Aber genau so ist der Bericht für das dritte Quartal von Fortress aufgenommen worden. Der von dem alternativen Asset Manager bevorzugte Maßstab für die Gewinne ist im dritten Quartal um 30 Prozent hinter den Schätzungen zurückgeblieben. Das ist in etwa der gleiche Fehlbetrag, den Blackstone am Montag eingestanden hat.

Und doch sind die Aktien von Fortress nicht in gleicher Weise in Mitleidenschaft gezogen worden wie die von Blackstone. Sie zogen am Dienstag an – wenn auch weniger stark als der Gesamtmarkt –, während die Titel von Blackstone immer noch um mehr als fünf Prozent unter ihrem Schlusskurs am Ende der vergangenen Woche gehandelt werden. Es hilft Fortress, dass sich ihre Situation und ihre Aussichten klarer darstellen, und das liegt teilweise auch an der Art und Weise, wie die Ergebnisvorlage gestaltet ist. Davon könnte sich Blackstone eine Scheibe abschneiden.

Es gibt einige Gründe, warum die Investoren von Fortress die von der Firma eingeschlagene Richtung leichter nachvollziehen können. Zum einen werden die Ergebnisse unkomplizierter dargestellt. Die Analysten konzentrieren sich auf das ausschüttungsfähige Ergebnis vor Steuern, das recht gut Aufschluss über den Cash Flow gibt. Blackstone zieht den wirtschaftlichen Nettogewinn als Messlatte vor, aber in diesem Punkt sind detaillierte Vergleiche mit vorhergehenden Zeiträumen schwierig, weil die Zahlen verbogen werden müssen, um die Struktur der Gesellschaft nach ihrem Börsengang widerzuspiegeln. Der Quartalsbericht von Fortress ist schon kompliziert genug, aber es ist noch schwerer, die Zahlen von Blackstone nach belastbaren Vergleichen zu durchkämmen.

Zum zweiten ist bei Fortress ein kleinerer Anteil der Vermögenswerte in Private Equity und Immobilien angelegt, und die Firma stellt ihre anderen Hedge Fonds-Bereiche gesondert dar. Da ein geringerer Anteil des Einkommensstroms mit Geschäftsbereichen zusammenhängt, die stark von der Kreditkrise beeinflusst werden, können die Investoren das Risiko besser eingrenzen als bei Blackstone. Auch hier profitiert Fortress von einer offeneren Darstellung der Vergleiche mit früheren Zeiträumen.

Natürlich ist Fortress auch schon ein wenig länger notiert, so dass die Investoren vielleicht mehr Erfahrung darin haben, Probleme vorwegzunehmen. Und die Ergebnisse machen wohl auch deutlich, dass Fortress in geringerem Ausmaß mit Problemkrediten zu tun hat, als einige Anleger befürchtet hatten. Gemessen an einigen Kriterien – zum Beispiel am Marktwert als Prozentsatz des Gebühren tragenden verwalteten Vermögens – wird Blackstone immer noch mit einem Aufschlag gegenüber Fortress bewertet und spiegelt damit vielleicht die stärkeren langfristigen Wachstumsaussichten wider. Aber eine Lektion aus den unterschiedlichen Reaktionen des Marktes auf die Quartalsberichte in dieser Woche ist, dass die Investoren Klarheit zu schätzen wissen. Wenn sie weiterhin so fühlen, könnte sich die Bewertungskluft schließen.

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