Frankreich fusionierte Banken
Sarkos neues Spielzeug

Mit Caisse d’Espargne und Banques Populaires planten zwei der größten französischen Genossenschaftsbanken eine Fusion. Die Verhandlungen zogen sich. Nicolas Sarkozy ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen.

Mit Caisse d?Espargne und Banques Populaires planten zwei der größten französischen Genossenschaftsbanken eine Fusion. Die Verhandlungen zogen sich hin. Dann schritt Frankreichs Präsident ein und versprach öffentliche Gelder im Gegenzug für die Oberhand über das Gemeinschaftsunternehmen. Die neue Bank wird von Experten auf etwa 15 Mrd. Euro geschätzt. Das mag wenig erscheinen, ist jedoch mehr als der derzeitige Aktienwert der Société Générale.

Die Regierung wird - zusätzlich zu den 2,5 Mrd. die Naxitis als nachrangige Schulden im Rahmen des Bankenrettungsplans im Oktober erhalten hatte - bis zu fünf Mrd. Euro zuschießen. Im Gegenzug erhält der Staat etwa 20 Prozent Vorzugsaktien ohne Stimmrecht. Die Regierung muss nicht abwarten, bis sie die Aktien in stimmberechtigte Papiere umtauschen kann - sie stellt von Tag eins an vier Mitglieder des Aufsichtsrats.

Sarkozy darf zudem den Boss aussuchen. Es wird François Pérol werden, des Präsidenten Vize-Stabschef. Der 45-jährige Beamte hatte zwischen zwei Regierungsjobs einmal ein Jahr lang bei Rothschild gearbeitet. Offensichtlich wurde er also nicht wegen seiner Banken-Expertise ausgewählt. Er ist ganz klar ein Rädchen in Sarkozys Einmischungs-Maschinerie.

Tritt Pérol den Job an, missachtet er eine Reihe französischer Ethik-Regeln. Seine Position als Architekt der vorherigen Bankenfusion bedeutet einen Interessenskonflikt. Wenn diese Aktion nicht sowieso illegal ist, sollten die französischen Gesetze geändert werden.

Sarkozy hatte wohl das Gefühl, die Banker widersetzten sich zu stark, als er ihnen ohne Not öffentliche Gelder aufdrängte. Jetzt ist wenigstens eine Bank mit Sicherheit gefügiger.

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