Französische Banken
Sarkos Trickkiste

Frankreichs Präsident Sarkozy zeigt sich entschlossen, die Kreditvergabebereitschaft der französischen Banken aufrechtzuerhalten. Also stellt er der Branche weitere 10,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Aber wie auch in der britischen Rettungsrunde Nummer 2 fehlen die Details. Die Begeisterung der französischen Banken hält sich Grenzen.

Frankreich ist vielleicht um die großen Katastrophen herumgekommen, die den US-amerikanischen, britischen und deutschen Bankensektor heimgesucht haben, aber die Kreditklemme ist darum politisch nicht weniger brisant. Darum folgt Nicolas Sarkozy dem Beispiel anderer Länder und verspricht den heimischen Banken ebenfalls ein zweites Rettungspaket. Die französischen Banken bemühen sich in Anzeigenkampagnen Wirtschaft und Verbrauchern klarzumachen, dass sie sowohl fähig als auch willens sind, im wirtschaftlichen Abschwung weiter Kredite zu vergeben. Ob sie dazu wirklich in der Lage sind, mag trotz aller Beteuerungen dahingestellt bleiben.

Der jüngste staatliche Plans ruht auf dem Eckpfeiler, Kapital gegen Vorzugsaktien bereitzustellen, wodurch die hybriden Kapitalformen, die den Banken im vergangen Jahr angeboten wurden, ergänzt werden sollen. Die Konditionen für die Vorzugsaktion sollen nach Angaben aus informierten Kreisen mit jeder Bank individuell ausgehandelt werden. Aber genau die Kosten und die Auswirkungen auf die Stammaktionäre sind der entscheidende Punkt - wie bei allen anderen Sanierungsansätzen, die auf Vorzugsaktien beruhen.

Eine Option besteht darin, den Kupon der Vorzüge direkt an die Aktiendividende zu koppeln, sodass das Staatskapital umso teurer wird, je höher die Ausschüttungen an die Aktionäre ausfallen. Das klingt nach einem cleveren Plan, um die Banken dazu zu bewegen, einbehaltenes Kapital zur Stärkung ihrer Kapitalposition zu nutzen. Das aber wird diejenigen Aktionäre wenig freuen, die wie zum Beispiel bei Credit Agricole, auf attraktive Dividenden setzen.

Société Générale hat bereits angekündigt, 1,7 Milliarden Euro des Staatskapitals zu übernehmen. Bleibt BNP Paribas. Die Bank übernahm 2,6 Milliarden Euro aus dem ersten Rettungsfonds und könnte nun noch einmal die gleiche Summe aufnehmen oder das Hybridkapital gegen Vorzüge in gleicher Höhe eintauschen. Das allerdings hieße die Verbesserung der Kernkapitalquote (Tier 1) teuer zu bezahlen. Wenn Paribas allerdings vermeiden will das Kapital seiner Aktionäre durch eine Kapitalerhöhung zu verwässern, bleiben wohl kaum Alternativen.

Die Kapitalabsicherung ist vielleicht notwendig, aber der Rettungsplan kann erst wirklich beurteilt werden, wenn die tatsächlichen Kosten für die Banken offenliegen. Mit französischer Diplomatie werden es die Banken vermeiden, Sarkozy zurückzuweisen. Aber auch ihr Beifall wird in der Zwischenzeit nur sehr verhalten ausfallen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%