Freihandelsabkommen
Leere Drohungen

Um im “Rust Belt” im Nordosten der USA Stimmen zu gewinnen, wollen die Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten neu über das Nordamerikanische Freihandelsabkommens (Nafta) verhandeln. Kanada argumentiert, dadurch würden seine Energie-Exporte an die USA gefährdet. Aber das Nafta spielt beim Energie-Handel nur eine untergeordnete Rolle. Die kanadische Ölindustrie lebt in enger Symbiose zu den USA.

Um im “Rust Belt” im Nordosten der USA Stimmen zu gewinnen, wollen die Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten neu über das Nordamerikanische Freihandelsabkommens (Nafta) verhandeln. Kanada argumentiert, dadurch würden seine Energie-Exporte an die USA gefährdet. Aber das Nafta spielt beim Energie-Handel nur eine untergeordnete Rolle. Die kanadische Ölindustrie lebt in enger Symbiose zu den USA.

Um im ältesten Industriegebiet Amerikas, dem “Rust Belt” im Nordosten des Landes, Stimmen zu gewinnen, drohen die demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Barak Obama und Hillary Clinton damit, das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu verhandeln zu wollen. Mexiko hat sich zu der Kontroverse bisher noch nicht geäußert, aber der amerikanische Nachbar im Norden hat zurückgefeuert: Eine jegliche Änderung der Handelsübereinkunft würde die massiven Energie-Ausfuhren Kanadas an die USA gefährden. Zwar wäre es aus verschiedenen Gründen nicht wünschenswert, das Nafta aufzulösen. Die Energiesicherheit gehört aber nicht dazu.

Es ist leicht zu verstehen, warum eine kanadische Drohung mit den Ölausfuhren in den USA Schlagzeilen machen kann. Kanada gehört beständig zu den drei Spitzenenergielieferanten für den Nachbarn im Süden. Der „große weiße Norden“ deckt elf Prozent des Rohölbedarfs und 86 Prozent der Erdgasimporte der USA ab. Da die Preise an den Zapfsäulen steigen, ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wie die Bedrohung einer eingeschränkten Benzinversorgung dazu beitragen könnte, die Forderungen der Öffentlichkeit nach einer Revision des Nafta abzuschwächen.

Aber es ist nicht das Freihandelsabkommen, das diese Beziehung hervorgebracht oder gar genährt hat. Kanada verkauft seine Energie an die Vereinigten Staaten, weil sie direkte Nachbarn und andere Abnehmer weit weg sind. Das Nafta besagt lediglich, dass die kanadischen und die amerikanischen Verbraucher den gleichen Zugang zu dem im jeweiligen Land geförderten Rohöl haben sollen. Das Abkommen räumt den USA keinen bevorzugten Zugriff ein – und die Kanadier können ihr Öl verkaufen, an wen auch immer sie wünschen.

Überhaupt wird Rohöl in dem Vertrag nur im Zusammenhang mit einer bedeutenden Unterbrechung der Versorgung gesondert erwähnt. In diesem Fall kann Kanada seine Öllieferungen an die USA nur dann rationieren, wenn das Land gleichzeitig auch die kanadischen Konsumenten kurz hält. Aber Kanada hat nicht viele alternative Lieferziele für seine Energie. Sein großes Förderzentrum in Westkanada kann die begehrte Ware nur in eine Richtung exportieren: nach Süden. Das Öl kann nicht einmal nach Toronto, geschweige denn nach China, wie einige kanadische Politiker gedroht haben, geleitet werden. Und die kanadischen Erdölexporteure sind auf die US-Raffinerien angewiesen, um aus ihrer Rohölpampe Benzin zu machen.

Zwar gibt es Pläne zum Bau einer Pipeline zum Pazifik, die schließlich dazu genutzt werden könnte, Öl nach China auszuführen. Aber sie könnte frühestens im Jahr 2014 in Betrieb gehen. Und ein großer Teil dieses Öls ist für die US-Westküste vorgesehen. Während also Amerika das kanadische Öl braucht, brauchen die Kanadier die amerikanischen Verbraucher noch viel mehr, - was auch immer aus dem Nafta wird.

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