Fusion mit Anglo American
Xstrata muss noch drauflegen

Xstrata hat eine Fusion mit dem südafrikanischen Konkurrenten Anglo American vorgeschlagen. Die schweizerisch-britische Minengesellschaft könnte einen reinen Aktiendeal ausgestalten, um den Anglo-Aktionären einen happigen Aufschlag zahlen zu können und gleichzeitig immer noch Werte für ihre eigenen Investoren zu schaffen.
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Es wird mehr als schöne Worte brauchen, um Anglo American zu einem Abschluss zu überreden, aus dem eine neue Minengesellschaft der Superlative hervorgehen würde. Das südafrikanische Bergwerksunternehmen lehnt die Offerte des Konkurrenten Xstrata über eine Fusion unter Gleichen bisher ab.

Damit die Vertreter von Anglo American überhaupt in Erwägung ziehen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, wird Xstrata ein bisschen tiefer schürfen müssen, um einen Aufschlag zu zahlen. Glücklicherweise scheint die schweizerisch-britische Firma dazu in der Lage zu sein, ohne dabei notwendigerweise die eigenen Aktionäre zu opfern.

Nach Schätzungen der Citigroup könnte das zusammengelegte Unternehmen, das mit BHP Billiton und der brasilianischen Cia. Vale do Rio Doce um den Titel der weltgrößten Minengesellschaft wetteifern würde, Kosten mit einem Kapitalwert von 7,8 Mrd. Pfund Sterling kürzen. Bezieht man dies ein, dann könnte eine fusionierte Anglo-Xstrata knapp über 51,5 Mrd. Pfund wert sein.

Das reicht aus, um einen saftigen Aufschlag für die Anglo-Aktionäre zu finanzieren und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Deal auch für Xstrata immer noch interessant ist. Nehmen wir einmal an, Xstrata will für ihre eigenen Aktionäre bei der Transaktion zehn Prozent mehr herausholen. Dies würde bedeuten, dass ihr Anteil an der Kombination bei 24,7 Mrd. Pfund liegen müsste. Für die Anglo-Aktionäre bliebe ein Anteil im Wert von 26,8 Mrd. Pfund. Das wären 26 Prozent mehr, als der Marktwert von Anglo betragen hatte, bevor die Gespräche in der vergangenen Woche nach außen gedrungen waren.

Und wenn Xstrata wirklich auf die strategischen Vorteile des Abschlusses aus wäre und deshalb den gesamten Wert der Synergien den Anglo-Aktionären zu Gute kommen lassen würde, dann würde der Anteil von Anglo an dem größeren Kuchen 29,1 Mrd. Pfund erreichen. Das würde dann einem Aufschlag von 37 Prozent entsprechen.

Natürlich wäre es unklug von Xstrata, den gesamten potenziellen Wert zu verschenken, der mit einer Zusammenlegung geschaffen werden könnte. Aber wenn das Unternehmen die Kontrolle über seinen Konkurrenten übernehmen will, sollten die Synergien Xstrata in die Lage versetzen, für dieses Privileg etwas draufzulegen.

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