Fusion
Qantas und British Airways: Alles hängt in der Luft

Qantas hat bei British Airways wegen eines möglichen Deals angeklopft. Ob ein solcher umgesetzt wird oder nicht, hängt ganz von den Konditionen ab, die Qantas bietet. Denn die Option der BA, mit Iberia zusammenzugehen, ist auch noch nicht vom Tisch. Überdies stehen die Briten in Gesprächen mit American Airlines. BA sollte diese Chancen nicht verschleudern.

British Airways (BA) geht zurück in die Zukunft. Nachdem die britische Fluggesellschaft vor vier Jahren ihren Anteil von 18 Prozent an Qantas verkauft hatte, steht sie jetzt wieder in Verhandlungen mit dem australischen Carrier über eine Fusion unter Gleichen. Gleichzeitig setzt BA ihre Gespräche mit der spanischen Iberia über einen gesonderten Deal fort und flirtet mit American Airlines, um ein mögliches Gemeinschaftsunternehmen auszuloten. Wenn die Briten so weiter machen, haben sie bald mit der Hälfte der in der Oneworld-Allianz versammelten Fluggesellschaften angebandelt.

Es ist gut, über Optionen zu verfügen, solange sie realistisch sind. Und sich mit Qantas zusammenzuschließen, ist nicht so weit hergeholt. Zwischen BA und ihrer australischen Kollegin bestehen bereits enge Beziehungen. Das Paar hat auf der so genannten Känguru-Route zwischen Großbritannien und Australien schon ein Abkommen zum Finanzausgleich getroffen. Es könnte noch mehr Spielraum für Kostensynergien bestehen, wenn man den Betrieb zusammenlegt, besonders in Asien.

Auf einen Abschluss mit Qantas könnte man sich vielleicht auch am einfachsten einigen. Schließlich sind die Australier an BA herangetreten. Die beiden alten Bekannten haben in großen Zügen schon herausgearbeitet, wie eine Fusion funktionieren könnte. Dagegen scheint der Abschluss der Gespräche mit Iberia immerzu auf morgen verschoben zu werden. BA und Iberia haben sich noch nicht auf ein Aktientauschverhältnis geeinigt. Besonders nervös sind die Spanier, weil sich das Defizit bei den Pensionen von BA immens aufbläht. Qantas dagegen könnte sich eher mit dieser Belastung zurechtfinden.

Doch einem Qantas-Deal haften ganz eigene Herausforderungen an. Es wäre die erste Kontinente überspannende Fusion der Branche. Die vorgeschlagene Struktur mit einer Doppelnotierung ist umständlich. Aber eine komplizierte Eigentümerstruktur ist vielleicht notwendig, um das internationale Verkehrsrecht einzuhalten, während man gleichzeitig die australischen Gesetze über ausländische Beteiligungen an Fluggesellschaften umgehen kann, die derzeit bei höchstens 35 Prozent liegen dürfen.

Für Iberia kommt der Annäherungsversuch der Qantas einem Weckruf gleich. Die spanische Fluggesellschaft hat nun im Ringen um die Partnerschaft mit BA ernsthaft Konkurrenz bekommen. Aber die Briten sollten sich konzentrieren. Fusionsverhandlungen nehmen die wertvolle Zeit der Manager immens in Anspruch, besonders wenn sie mit unterschiedlichen Parteien gleichzeitig geführt werden. Das könnte mitten in der Krise der Luftfahrtunternehmen riskant sein. Und eine Option ist nur dann wertvoll, wenn sie auch ausgeübt werden soll.

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