Fußballübertragungsrechte: Disney greift in britisches TV-Duell ein

Fußballübertragungsrechte
Disney greift in britisches TV-Duell ein

Bei der Vergabe der Übertragungsrechte für den britischen Premier-League-Fußball scheint Walt Disney die Bieterrunde beleben zu wollen. Der TV-Sender ESPN TV, an dem Disney die Mehrheit hat, will Berichten zufolge in der nächsten Vergaberunde ein Gebot abgeben.

Bei der Vergabe der Übertragungsrechte für den britischen Premier-League-Fußball scheint Walt Disney die Bieterrunde beleben zu wollen. Der TV-Sender ESPN TV, an dem Disney die Mehrheit hat, will Berichten zufolge in der nächsten Vergaberunde ein Gebot abgeben. Nun will ESPN TV, an dem Disney die Mehrheit hat, Berichten zufolge in der nächsten Vergaberunde ein Gebot abgeben. Der Schritt ist Teil der internationalen Expansionsstrategie des Senders. Das erhöht den Wert der Übertragungsrechte, die gegenwärtig von BSkyB und Setanta gehalten werden. Aber ESPNs Interesse ist keine Garantie dafür, dass die Auktion zur Goldgrube für den britischen Fußballverband wird.

Disneys Kriegskasse ist prall gefüllt, aber das half ESPN auch nicht, die Übertragungsrechte für die deutsche Bundesliga zu gewinnen. Der Sender musste sich dem deutschen Zahlfernsehen Premiere um Haaresbreite geschlagen geben, an dem Rupert Murdochs Newscorp. mit 25 Prozent beteiligt ist. Die Bereitschaft, mit der ESPN die Niederlage hinnahm, zeigt, dass der Sender ein disziplinierter Bieter ist. Sie lässt aber auch Zweifel daran aufkommen, wie ernst es ESPN mit der Absicht ist, ein hochklassiges Zahlfernsehen auf den Markt zu bringen und die damit verbunden hohen Risiken einzugehen.

Man nehme nur das Beispiel Setanta. Der irische Sender musste in den vergangenen Jahren schwer darum kämpfen, sich auf dem britischen Markt zu etablieren. Der Durchbruch gelang erst, als die europäische Wettbewerbskommission das Monopol des Konkurrenten BSkyB brach und Setanta zwei der sechs Übertragungspakete gewann, die der Fußballverband über einen Dreijahreszeitraum anbot. Aber Setanta machte schnell die Erfahrung, dass Teilrechte an nur einem wichtigen Übertragungskuchen nicht ausreichen. Um erfolgreich zu sein, braucht der Sender weitere Live-Übertragungsrechte an wichtigen Sportereignissen. Und auch dann noch ist es schwer, genügend Abonnenten zu finden, die das Überleben sichern. Sentanta braucht Schätzungen zufolge immer noch 13 Prozent mehr Premium-Abonnenten, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Allein mit den Rechten an der britischen Premier League und ESPNs bereits bestehenden Angeboten an Sportübertragungen aus den USA sowie der Wiederholung von Sendungen wird die Disney-Tochter kaum genug Zulauf gewinnen, um ihr Angebot für die Übertragungsrechte deutlich erhöhen zu können.

Aber ESPNs Interesse zwang wohl auch Premiere dazu, ein höheres Gebot für die Bundesliga-Übertragungsrechte abzugeben, als ursprünglich geplant. Im Fall der britischen Premier League rechnen Analysten mit Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent gegenüber dem Wert der noch laufenden Rechte, die 1,7 Milliarden britische Pfund einbrachten. Mit Virgin Media, die sich schon zurückgezogen haben, und in einem allgemein schwächeren Finanzumfeld dürfte also auch der Auftritt ESPNs die nächste Auktion allenfalls lauwarm werden lassen.

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