Gas Natural/Union Fenosa
Jetzt gilt’s

Gas Natural war zweimal mit dem Kauf eines Stromversorgers gescheitert. Das soll ihm nicht noch einmal passieren. Jetzt zahlt das Unternehmen einen üppigen Preis, um den drittgrößten Versorger Spaniens, Union Fenosa, übernehmen zu können.

Beim dritten Anlauf klappt es! Dieses Motto scheint Union Fenosa, den größten spanischen Erdgasversorger, zu beflügeln. Nachdem er in den vergangenen Jahren mit den feindlichen Offerten für Iberdrola und Endesa gescheitert war, will er sich den drittgrößten Versorger des Landes, Union Fenosa, nicht auch noch durch die Lappen gehen lassen.

Gas Natural wird der spanischen Baugruppe ACS, die einen Anteil von 45 Prozent an Fenosa verkaufen will, den erstaunlichen Preis von 18,33 Euro je Aktie in bar zahlen. Dies entspricht einem Aufschlag von 57 Prozent gegenüber dem Kurs, zu dem Fenosa notiert hatten, bevor die Übernahme-Spekulationen eingesetzt hatten. Der Deal zieht eine vollständige Offerte nach sich, die sich auf 17 Mrd. Euro für sämtliche Aktien an Fenosa summiert und auf 24 Mrd. Euro steigt, wenn Schuldtitel und andere Verbindlichkeiten berücksichtigt werden.

Insgesamt nähert sich das Gebot damit dem Elffachen der für dieses Jahr erwarteten Ergebnisse vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda). Es liegt sogar noch höher als das Vielfache, das während der Sturm- und Drang-Zeiten im Jahr 2007 für Endesa gezahlt wurde - und wird für ein vermutlich weniger attraktives Übernahmeziel aufgeboten. Nimmt man die jährlichen Synergien über 300 Mill. Euro herein, die Gas Natural zu erzielen hofft, dann sinkt das Vielfache zwar ein wenig. Trotzdem wird der spanische Gasprimus Mühe damit haben, im kommenden Jahr eine Anlagenrendite von sechs Prozent zu erreichen.

Und die Finanzierung wird auch nicht gerade ein Kinderspiel. Gas Natural könnte wahrscheinlich ihr Verschuldungsniveau auf das 4,5fache des diesjährigen Ebitda anheben und trotzdem bei der Kreditwürdigkeit noch als erstklassig gelten - damit würde der Gasriese vielleicht eine zusätzliche Verschuldungskapazität von mehr als zehn Mrd. Euro erzielen. Zudem plant das Unternehmen, strategisch unerhebliche Vermögenswerte zu verkaufen, die ihm möglicherweise drei Mrd. bis vier Mrd. Euro einbringen. Damit klafft aber immer noch eine Finanzierungslücke von rund drei Mrd. bis vier Mrd. Euro. Glücklicherweise haben sich die beiden größten Aktionäre von Gas Natural, die Sparkasse La Caixa und die Energiegruppe Repsol, schon bereit erklärt auszuhelfen.

Zumindest wird Fenosa es Gas Natural ermöglichen, auf das Doppelte zu wachsen und seine Energiequellen breiter zu streuen. Trotz der derzeitigen Unsicherheiten über die aufsichtrechtlichen Vorgaben in Spanien, wusste die Gasgruppe aus Barcelona, dass sie einen stolzen Preis bieten muss, sollte ihr nicht schon wieder ein Abschluss entgleiten. Ihre Offerte für Endesa schlug unter anderem fehl, weil Gas Natural eine feindliche und knauserige Bar- und Aktienofferte präsentiert hatte. Man kann dem Versorger sicher nicht vorwerfen, dieses Mal denselben Fehler zu begehen.

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