GE-Investment
Warren Buffett, der Sonderfall

Die Investitionen von Warren Buffett sollte man nicht mit einem regulären Aktientipp verwechseln. Sicher, die milliardenschweren Wetten, die der bekannte Investmentprofi auf Goldman Sachs und General Electric abgeschlossen hat, sorgen rund um diese Unternehmen und im Allgemeinen für gute Stimmung. Aber Buffetts Deals bringen jedes Jahr zehn Prozent ein, selbst wenn die Stammaktien der betreffenden Firmen nie groß zulegen.

Warren Buffetts milliardenschwere Wetten auf Goldman Sachs und General Electric sorgen rund um diese Unternehmen und auf dem Aktienmarkt im Allgemeinen für gute Stimmung. Als Aktientipps für den Durchschnittsanleger sollte man sie allerdings nicht interpretieren.

Die fünf Mrd. Dollar, die der "Weise von Omaha" in Goldman gesteckt hat und die drei Mrd. Dollar, die er für GE locker macht, bestehen aus Vorzugsaktien mit einer Jahresdividende von zehn Prozent. In beiden Fällen werden die Vorzugspapiere von Warrants über einen gleichwertigen Dollar-Betrag an Stammaktien begleitet - im Wesentlichen hat er also das Recht, zu jedem Zeitpunkt in den kommenden fünf Jahren Aktien zu knapp unter dem momentanen Kurs zu erwerben.

Das ist eine hübsche Struktur für Investoren, die sich unbedingt gegen mögliche Verluste absichern wollen. Buffett muss nur daran glauben, dass Goldman und GE ausreichend zahlungsfähig bleiben werden, um die Vorzugsdividenden zu zahlen. So lange diese Zuversicht nicht fehl am Platz ist, wird er im schlimmsten Fall bis in alle Ewigkeit eine Jahresrendite von zehn Prozent erhalten.

Natürlich kann Buffett, wie die Inhaber von Vorzugsaktien von Lehman Brothers bezeugen können, echtes Geld verlieren, wenn die eine oder die andere Firma tatsächlich Pleite geht. Und die Vorzugsaktien ohne Laufzeitbegrenzung können, sogar noch stärker als Anleihen, auf dem Papier an Wert verlieren, wenn der Cash Flow knapp wird. Aber sein Vorgehen ist weniger riskant, als Stammaktien zu kaufen, deren Inhaber keine Dividenden erhalten, bis nicht Buffetts Dividende vollständig bezahlt wurde, und die bei Verlusten an vorderster Front stehen.

Außerdem erhält Buffett über die Warrants einen saftigen Nachschlag, während und wenn sich die Titel von Goldman und GE erholen. Seine Warrants waren in beiden Fällen tatsächlich zu ungefähr zehn Prozent im Geld, wodurch er auch noch Milliarden an theoretischen Optionswerten erhält. Natürlich wird auch ein Investor bei der von GE geplanten Begebung von Stammaktien über mindestens zwölf Mrd. Dollar profitieren, wenn man annimmt, dass die Aktien steigen. Aber Buffetts Struktur entschärft das Abwärtsrisiko enorm und verstärkt die Aufwärtsbewegung.

Sein Ansatz wäre daher eine gute Blaupause dafür, wie man Steuergelder zur Rekapitalisierung maroder Banken verwenden sollte. Aber dies ist auch der Grund dafür, warum normalsterbliche Anleger die Investitionen des Milliardärs aus Nebraska nicht notwendigerweise als Anregung verstehen sollten, ihren Broker anzurufen.

Natürlich hebt sein Engagement die Stimmung, legt es doch nahe, dass hier ein gewiefter Profi ein Schnäppchen machen kann. Und wenn der wählerische Buffett investiert, erscheinen die betreffenden Firmen schnell wie die Stars ihrer jeweiligen Branche. Aber sein Einstieg muss nicht zwingend bedeuten, dass er der Meinung ist, die Aktien würden sich auf jeden Fall brillant entwickeln.

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