Geldanlage
Mega-Probleme bei Beteiligungsfonds

Anleger, die in Beteiligungsfonds investieren, bekommen allmählich kalte Füße, wenn sie an ihre Verpflichtungen gegenüber den Megafonds denken. Die Buyoutbarone schwanken, ob sie die Investoren vom Haken lassen oder sie dazu zwingen sollen, zusätzliche Mittel einzuzahlen. Vor dem Hintergrund des brachliegenden Beteiligungsgeschäfts besteht die beste Lösung wohl darin, ganz einfach darauf zu verzichten, um mehr Geld zu bitten.

Erinnern Sie sich? Noch vor ein oder zwei Jahren kündigte jeder Buyout-Baron, der sein Geld wert war, neue Riesenfonds an, die mindestens 20 Milliarden Dollar anlegen wollten. Naja, diese Fonds sind vielleicht gar nicht so "mega", wie ursprünglich angekündigt. Die Anleger, die Kapital in Portfolios investiert haben, die von Unternehmen wie Carlyle, Blackstone und Bain gemanagt werden, könnten jetzt kalte Füße bekommen. Diese Investoren, darunter Pensionsfonds und Stiftungen wie die der Universität Harvard, haben auch schon versucht aus Hedgefonds und anderen, liquideren Anlageformen auszusteigen. Kein Wunder, dass sie jetzt auch überlegen, ihre Kapitalbeteiligungen abzubauen.

Normalerweise verpflichten sich die Anleger in großen Beteiligungsfonds dazu, einen bestimmten Kapitalanteil zu investieren, sie müssen das Geld allerdings nicht sofort einzahlen. Stattdessen fordern die Buyoutmanager die Mittel erst dann ein, wenn sie tatsächlich gebraucht werden - in der Regel, wenn sie einen Deal unter Dach und Fach gebracht haben. Auch wenn also ein Pensionsfonds zusagt, sich mit einer Milliarde Dollar an einem 20-Milliarden-Dollar-Buyoutfonds zu beteiligen, so können ein paar Jahre ins Land gehen, bevor die Mittel wirklich abgerufen werden. Dabei kommt es häufig vor, dass die Investoren Mittel einzahlen, die aus Auszahlungen des gleichen oder anderer Beteiligungsfonds des Unternehmens stammen. Das ist dann der Fall, wenn die Buyoutfonds einen Teil ihrer Investitionen bereits zur Marktreife und über die Ertragsschwelle gebracht haben.

Der Zusammenbruch des Marktes in diesem Jahr bedeutet allerdings, dass Beteiligungsunternehmen weitaus weniger attraktive Investments darstellen. Die zu erwartenden Ausschüttungen reichen also nicht mehr aus, um die noch offenen Versprechen zu finanzieren. Hinzu kommt, dass die Investitionszusagen der Anleger nach dem Kursrutsch an den Aktien- und Rentenmärkten einen weitaus größeren Anteil an ihren Gesamtportfolios ausmachen. Viele Investoren sind zudem an Anlagerichtlinien gebunden und dürfen nur einen bestimmten Teil ihres Vermögens in Unternehmensbeteiligungen investieren. Es ist also verständlich, dass Anleger davor zurückscheuen, noch mehr Geld in diese Vermögensklasse fließen zu lassen. Einige stoßen bereits Anteile ihres Buyoutportfolios zu Discountpreisen ab.

Es stimmt zwar, dass die Verträge zwischen den Buyout-Managern und ihren Investoren harte Strafen für Anleger vorsehen, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Aber in dieser Situation mit wichtigen Kapitalgebern hart ins Gericht zu gehen - zumal die meisten anderen Kapitalquellen bereits versiegt sind - könnte bedeuten, dass die Beteiligungsgesellschaften es sich selbst erschweren, in Zukunft Mittel aufzunehmen. Wenn sie allerdings die Richtlinien für einen Investor lockern, könnten andere die gleiche Behandlung einfordern. Laufen die großen Investoren davon, müssen die Buyout-Unternehmen das Fondsvolumen- wie auch ihre kostbaren Verwaltungsgebühren von 1,5 Prozent im Jahr - drastisch zusammenstreichen.

Zumindest zwei große Beteiligungsunternehmen verfolgen, wie es aussieht, unterschiedliche Ansätze. Blackstone, eins der wenigen börsennotierten Unternehmen, ließ verlauten, "die Anleger sind rechtlich verpflichtet zu zahlen". Schwierigkeiten erwarte man daher nicht. Carlyle, die nicht an der Börse gehandelt werden, wandte sich dagegen kürzlich an seine Anleger und versprach im Falle von Problemen: "Wir werden versuchen mit Ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden."

Welche Lösung ist richtig? Da eine Buyout-Finanzierung über Kredite so gut wie unmöglich geworden ist, ist das Brot-und-Butter-Geschäft der Beteiligungsunternehmen erstarrt. Und die wenigen Investitionen in börsengehandelte Unternehmen ohne Kreditaufnahmen - als Reaktion auf die Krise - haben sich als Desaster erwiesen, so wie TPGs Kauf eines Teils von Washington Mutual. Also könnte es für Buyoutmanager, deren Investoren kalte Füße haben, vielleicht am besten sein, einfach darauf zu verzichten, mehr Geld einzufordern.

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