Geldpolitik
Fed-Bonds könnten weltweites Risiko erhöhen

Bringt die Fed Anleihen auf den Markt, die nicht durch den Fiskus gestützt sind, liefert sie sich der Gnade des Marktes aus. Die Aussicht auf derartige Schuldtitel könnte der Welt paradoxerweise höhere Risiken bescheren. Die Fed-Bonds könnten die Effektivität der Gelpolitik vermindern - oder, schlimmer noch, sie beeinflussen.

Noch befindet sich das neue Modell lediglich im Stadium eines Versuchsballons und der Kongress könnte seine Zustimmung mit dem Argument verweigern, dass das neue Verfahren sein Recht, die Staatsverschuldung zu begrenzen, aushebelt. Aber der Gesetzgeber hat auch schon früher fragwürdige Strategien abgesegnet.

Wenn die Fed handelbare Schuldtitel auf den Markt bringt, könnte ihr Preis zum Barometer für die Güte der Geldpolitik werden. Selbst wenn der Staat die Schulden explizit garantiert, dürfte ihr Kurs dennoch die Stimmung am Markt reflektieren. Schließlich werden auch andere sichere Rentenpapiere zu Renditen gehandelt, die die Treasury-Bonds deutlich übersteigen und dazu teilweise noch sehr viel volatiler sind. Dazu gehören zum Beispiel Bankanleihen, die durch den staatlichen Einlagensicherungsfonds gedeckt sind, sowie die Schulden von Fannie Mae und Freddie Mac - bei denen es sich mittlerweile de facto um US-Bundesbehörden handelt.

Das Gleiche dürfte auch für die Fed-Bonds gelten, zumal die Zentralbank nicht die Macht hat, die Steuern zu erhöhen, um den Schuldendienst zu gewährleisten. Die Anleger dürften also die Bilanz der Fed im Auge behalten, deren Volumen sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt hat. Bei der Risikobeurteilung der Schuldtitel werden sie diese Entwicklung gegen die Fähigkeit der Fed abwägen, trotz wachsender Reserven Mittel am Markt aufzunehmen.

Verfolgt die Fed Strategien, die zu Verlusten führen könnten - so wie beispielsweise der Plan Kredite an Unternehmen zu vergeben, die Sicherheiten aus Konsumentenkrediten verwerten oder das Rettungspaket, das für die American International Group geschnürt wurde -, so wird die Risikoprämie der Fed-Papiere steigen.

Vorschnelle Urteile über monetäre Strategien können auf diese Weise die Effektivität der Fed-Politik vermindern oder sogar ihre Entscheidungen beeinflussen. Richtet der Rentenmarkt selbst bei vernünftigen Politikansätzen den Daumen nach unten, könnten Zweifel an der Bereitschaft der Fed auftauchen, ihre Entscheidungen auch wirklich durchzusetzen - vor allem, weil die höheren Risikoprämien auch die zukünftigen Finanzierungskosten der Fed erhöhen. Da die Geldpolitik zu einem hohen Anteil von psychologischen Faktoren abhängt, könnte hier ein ernstes Problem entstehen.

Natürlich gibt es bereits Stimmungs-Indikatoren über die Fed-Politik, einige davon werden durch technische Faktoren beeinflusst. Aber der Teufel liegt im Detail. Stehen die Ressourcen der Fed bereits unter Druck und wird ihr Aufgabengebiet noch erweitert, wirkt es schon tollkühn, dem Markt noch eine weitere rote Flagge in die Hand zu drücken, mit der die Anleger winken können.

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