General Electric
Nach Art der Franzosen

Der GE-Chef wird in dieser Woche seine Prognose für den Mischkonzern vorlegen. Die Investoren werden dabei genau auf Andeutungen von Jeff Immelt achten, ob er den Wildwuchs des Giganten zurückschneiden will, um den Aktien wieder Schwung zu verleihen. Vivendi, der Partner von GE bei NBC, könnte mit seinem Activision-Deal eine nützliche Blaupause für GE vorgelegt haben.

Der Chief Executive von General Electric (GE), Jeff Immelt, wird am Dienstag in New York den strategischen Ausblick des Mischkonzerns für 2008 vorstellen. Die Investoren werden dabei genau auf Signale achten, ob er den Wildwuchs bei GE beschneiden will, um den Aktien wieder Schwung zu verleihen. Auch wenn er vielleicht kein Anhänger der französischen Mode ist, könnte Immelt das eine oder andere von Vivendi lernen. Das in Paris ansässige Medienunternehmen unter der Leitung von Jean-Bernard Levy ist Mitinhaber von NBC Universal, der TV- und Unterhaltungstochter von GE.

Vivendi hatte in der vergangenen Woche angekündigt, seine Tochter für Videospiele mit Activision zu fusionieren. Damit liegt Immelt nun eine genaue Spielanleitung vor, die er für die Geschäftsbereiche in Betracht ziehen sollte, die nicht notwendigerweise in das enorme Portfolio des Giganten gehören. Der beste Kandidat für ein solches Manöver ist NBC, aber es bieten sich auch GE Money und die Immobiliensparte an.

Hier ist der Plan. Vivendi hat seine Spiele-Tochter, die unter anderem das Multiplayer-Spiel „World of Warcraft“ produziert, mit der börsennotierten Activision verschmolzen und hält jetzt einen Anteil von 52 Prozent an der fusionierten Gesellschaft, der sich nach einem Aktienrückkauf schließlich auf 68 Prozent erhöhen könnte.

Die Transaktion hat viele Vorteile mit sich gebracht. Sie verleiht erstens einem Geschäftbereich einen Marktwert, der vorher in dem Sarkophag eines Konglomerats eingeschlossen war. Zum zweiten füllt die Stärke von Activision bei der Erfindung von Spielen für Konsolen, wie etwa Nintendo Wii, jene Lücken aus, die bei Vivendi in Produktpipeline geklafft hatten. Und drittens werden aus der Zusammenlegung Synergien entstehen.

Und während Vivendi die Kontrolle nicht aus der Hand gegeben hat, hat das Unternehmen gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, den Rest ihres Anteils an Investoren auszulagern, oder ihn gar zu verkaufen, um Liquidität für andere Akquisitionen einzufahren. Ach ja, und im Endergebnis erhöhte sich auch noch die Marktkapitalisierung der Gesellschaft um den stattlichen Betrag von einer Mrd. Euro.

GE könnte einen solchen Deal mit NBC durchziehen, deren Einnahmen für 2008 nach Schätzungen von Lehman Brothers langsamer als die anderer Abteilungen, abgesehen von dem ausgereiften Industrie-Bereich des Konzerns, wachsen dürften. Durch eine Fusion von NBC mit, zum Beispiel, Yahoo könnte GE von Synergien profitieren, dem Geschäftsbereich einen konkreten Wert zuweisen und seine Internet-Position stärken.

Ein solcher Schritt würde zudem den Investoren von GE die Wahl einräumen, ob sie an einer mittelprächtigen US-Mediengesellschaft beteiligt sein wollen, oder ob sie ein reinrassigeres Infrastruktur-Geschäft der Weltklasse vorziehen, das durch eine solche Auslagerung entstehen würde. Bonne chance, Monsieur Immelt.

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