General Motors
Opel sollte einfach Pleite gehen

Wenn Marken wie Opel und Vauxhall verschwinden, würden sich auch die Überkapazitäten in der Autoproduktion drastisch reduzieren. Aber dazu wird es nicht kommen. General Motors kann sich ganz auf die Ängste der europäischen Regierungen vor den Gewerkschaften verlassen.

"Wir haben versagt. Also zahlt ihr jetzt, oder..." General Motors (GM) verfeinert seine Drohgebärden gegenüber Europa und zeigt damit, dass der Autobauer entgegen der allgemeinen Überzeugung sehr wohl in der Lage ist, sich den lokalen Märkten anzupassen. GM hat bei verschiedenen europäischen Regierung um Hilfen über mehr als drei Mrd. Euro ersucht und bedient sich dabei der verhüllten Drohung, drei seiner Werke zu schließen, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Im Gegenzug sollen sich die Regierungen an den angeschlagenen Bereichen beteiligen. Und vielleicht sollen sie sich auch noch dafür bedanken.

Eigentlich sollte GM Europe einfach Pleite gehen. Wenn Marken wie Opel und Vauxhall verschwinden würden, dann würden sich auch die Überkapazitäten der Autoproduktion in dieser Region drastisch reduzieren, die im Allgemeinen auf 20 Prozent geschätzt wird, so dass eine grundlegende Umstrukturierung möglich werden würde. Aber dies wird nicht eintreten. GM kann sich ganz auf die Ängste der europäischen Regierungen vor Arbeitsplatzverlusten und dem Gegenschlag der Gewerkschaften verlassen. Zu irgendeinem Zeitpunkt werden die Regierungen das Geld also auf den Tisch legen. Die größte Last dabei wird Deutschland schultern müssen, wo rund die Hälfte der 50 000 GM-Mitarbeiter in Europa beschäftigt sind.

Realistischer ist jetzt die Frage, was die Regierungen im Gegenzug für die unvermeidliche Rettung fordern sollten. Die Antwort ist ziemlich einfach: den Platz am Steuer. Schließlich entsprechen die drei Mrd. Euro, die GM verlangt, in etwa der Marktkapitalisierung von Peugeot - einem Produzenten mit einem viel größeren Marktanteil, oder der von Renault, seinen Mehrheitsanteil bei Nissan eingeschlossen. Die Verstaatlichung wäre die gerechte Kompensation für eine Investition dieses Umfangs.

Ein Teil der Bereiche von GM Europa hat sich bereits auf diesen Weg gemacht. Die schwedische Regierung beobachtet genau, wie das Insolvenzverfahren bei der GM-Tochter Saab umgesetzt wird. Die GM-Bereiche in Deutschland und Großbritannien sollten ebenfalls umstrukturiert und vielleicht verkauft werden. Dazu müssten harte Entscheidungen getroffen werden.

Aber nachdem das derzeitige Management so grandios versagt hat, sind nur noch die Regierungen legitimiert, den Gewerkschaften die einschneidenden Zugeständnisse abzuverlangen, die notwendig sind, um die Fabriken wieder wettbewerbsfähig zu machen. Dies würde allerdings einen stärkeren politischen Willen voraussetzen als ihn die europäischen Regierungen in letzter Zeit an den Tag gelegt haben. Aber die oberste Priorität ist es, eindeutig klar zu machen, dass die Bereitstellung öffentlicher Mittel auch staatliche Kontrolle bedeutet.

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