Geschäftszahlen
Deutsche Bank trotzt dem Sturm

Die Deutsche Bank übertrifft wieder einmal die Erwartungen. Der Gewinn im vierten Quartal halbierte sich zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum, doch Deutschlands größte Bank schaffte es, den Stürmen der Hypothekenkrise zu trotzen. Doch schwerem Wetter entkommen nur wenige Boote, ohne dass eine Menge Wasser ins Schiff läuft.

Die Deutsche Bank übertrifft wieder einmal die Erwartungen. Der Gewinn im vierten Quartal halbierte sich zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum, doch Deutschlands größte Bank schaffte es, den Stürmen der Hypothekenkrise zu trotzen. Für das letzte Quartal wurden keine Nettoabschreibungen mit Bezug auf Ramschdarlehen, strukturierte Produkte wie etwa CDO oder mit Wohnungsbau-Hypotheken besicherte Wertpapiere berichtet.

Der einzige Makel war ein belangloser Verlust von 50 Millionen Euro im Kreditgeschäft. Damit spielt die Deutsche Bank in einer Liga mit Goldman Sachs, zumindest was die bisher gezeigte Sturmfestigkeit angeht. Doch während die Aktien von Goldman im vergangenen Jahr 13 Prozent an Wert verloren, büßten Titel der Deutschen Bank 30 Prozent ein. Das ist ähnlich viel wie bei anderen europäischen Instituten, die stärker unter der Subprime-Krise litten. Dieser Kursverlust lässt die Aktien des deutschen Branchenprimus billig erscheinen. Sie werden zum 1,2fachen des Buchwertes gehandelt, während etwa Credit-Suisse-Titel zum 1,5fachen und Anteile der UBS zum 1,8fachen des Buchwertes notieren.

Wenn Investoren die Deutsche Bank einfach in einen Topf mit dem Rest der Branche werfen würden, lägen sie falsch. Doch vielleicht haben sie auch über die Geschäftsstruktur des Instituts nachgedacht. Die große Abhängigkeit vom Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren macht die Deutsche Bank anfälliger gegenüber einer weiteren Verschärfung der Kreditklemme.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann versuchte am Dienstag, die Märkte zu beruhigen. Er stand zu seiner vorher abgegebenen Prognose eines Vorsteuergewinns von 8,4 Milliarden Euro in 2008. Das entspräche einem unbedeutenden Rückgang von drei Prozent gegenüber dem Rekordgewinn des letzten Jahres.

Doch Ackermann sagte auch, dass er weitere Abschreibungen bei Fremdfinanzierungen nicht ausschließen kann. Nur 13 Prozent der in der Pipeline befindlichen Projekte wurden im vierten Quartal geklärt, es bleibt ein dicker Brocken von 36 Milliarden Euro. Ackermann ist auch vorsichtig wegen der möglichen Effekte volatiler makroökonomischer Bedingungen auf die Kapitalmärkte. Und dann gibt es auch noch die potenziellen Verluste bei Gewerbeimmobilien, Monoline-Kreditversicherern und andere Expositionen.

Wenn Analysten Recht behalten, die einen Rückgang von 25 Prozent bei Verkauf und Handel von Schuldtiteln in Europa erwarten, würde die Deutsche Bank wohl stärker leiden als UBS oder Credit Suisse. Diese schweizerischen Banken können auf ein sehr viel größeres Privatkunden- und Vermögensverwaltungsgeschäft zurückgreifen.

Ackermann hat die Zweifel des Marktes zunächst zerstreut. Doch schwerem Wetter entkommen nur wenige Boote, ohne dass eine angemessene Menge Wasser ins Schiff läuft. Dieser Gedanke macht die Konsensschätzungen eines 15-prozentigen Gewinnrückganges der Deutschen Bank im Jahr 2008 vernünftiger als Ackermanns Vorhersage eines relativ unbeschwerten Dahinsegelns.

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