Glanzlose Quartalszahlen
Die Blackbox von Blackstone

Blackstone sollte eigentlich eine Firma der ganz anderen Art werden. Die Beteiligungsgesellschaft, die die Investoren mit ihren jüngsten Ergebnissen enttäuscht hat, möchte jetzt ganz sicher, dass man sie wirklich mit anderen Augen betrachtet.

Einige Analysten hätten da wohl zwei Maßstäbe für die Rentabilität durcheinander gebracht, nämlich den Cash Flow und was die Firma den wirtschaftlichen Nettogewinn nennt, sagte Joan Solotar, bei Blackstone neuerdings für die Beziehungen zu den Investoren zuständig. Mit anderen Worten: Die Analysten hätten Äpfel zusammen mit Orangen in ihre Kiste gelegt. Es ist keine Überraschung, dass sie Schwierigkeiten haben, sie auseinander zu halten, obwohl sie einige der Entwicklungen bei dem Unternehmen voraussehen hätten können.

Ein schwaches Feld im dritten Quartal waren die Immobilieninvestitionen von Blackstone. Der Rückgang bei den Erfolgshonoraren hätte erwartet werden können – diese hängen nämlich von steigenden Marktwerten ab. Und gewerbliche Immobilien haben auch etwas von der Krankheit abgekriegt, die die benachbarten Wohnimmobilien befallen hat. Trotzdem hat der Beweis, dass diese Gebühren volatil sein könne, eine Talfahrt der Aktien von Blackstone um acht Prozent ausgelöst, während der S&P-500-Index nur um ein Prozent verloren hat.

Es war auch nicht hilfreich, dass das Private-Equity-Haus nach der US-Rechnungslegung einen Verlust ausgewiesen hat. Dieser rührte von einem außerordentlichen, nicht liquiditätswirksamen Aufwand für Vergütungen her. Aber die tatsächlichen Personalkosten werden steigen, weil das Gleichgewichtsniveau der Vergütung als Anteil an den Einnahmen nach dem Börsengang erst noch erreicht werden muss.

Auch die Steuerlast für das Unternehmen könnte steigen, denn die Beteiligungsbranche wird derzeit vom US-Kongress genau unter die Lupe genommen. Was aus der Steuerfrage und dem Geschäft seines Unternehmens insgesamt werden wird, sei unvorhersehbar, räumte Blackstone-Präsident Tony James ein.

Und dann sind da die neuen Abschlüsse. Blackstone hat in einem eindrucksvollen Tempo Kapital gesammelt. Aber das muss jetzt investiert werden. Die fremdkapitalfinanzierten Übernahmen (LBOs) gigantischen Ausmaßes seien vom Tisch, stellte der Blackstone-Chef Steve Schwarzman fest. Selbst wenn es genügend kleinere Deals und Minderheitsbeteiligungen gibt, bieten sie doch nicht die gleichen lukrativen Gebühren, die die Beteiligungsgesellschaften bei Mega-LBOs eingestrichen haben.

Blackstone fehlen börsennotierte Konkurrenten und historische Vergleichsdaten bei der Veröffentlichung ihrer Unternehmensergebnisse. Die Gesellschaft hat bei ihrem Börsengang zudem aggressiv strukturelle und finanzielle Innovationen eingeführt. Das macht die Analyse so schwierig. Aber von all diesen Neuerungen einmal abgesehen, sind sich die Anleger bewusst, dass die Aussichten sowohl für Immobilien- als auch für Unternehmensabschlüsse riskant sind. Äpfel und Orangen mögen sich unterscheiden, aber beide können sauer sein.

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