Glaxo
Ganz einfach

Andrew Witty, der Ende Mai 2008 das Amt des CEO von GlaxoSmithKline übernimmt, hat es ganz einfach, wenn er sich bei dem 150 Mrd. Dollar schweren Pharma-Giganten einen Namen machen will: Er muss damit aufhören, Getränke und Zahnpasta zu verkaufen.

Andrew Witty, der Ende Mai 2008 das Amt des CEO von GlaxoSmithKline übernimmt, hat es ganz einfach, wenn er sich bei dem 150 Mrd. Dollar schweren Pharma-Giganten einen Namen machen will: Er muss damit aufhören, Soda und Zahnpasta zu verkaufen.

Rund 15 Prozent des Umsatzes von Glaxo stammen aus dem Verkauf solcher Konsumgüter. Doch es bestehen kaum Synergien im Marketing, in der Produktion und in der Entwicklung zwischen innovativen Medikamenten zur Behandlung von Krebs und Haftcremes für die dritten Zähne oder Malzgetränken, auch wenn letztere bei den britischen Rentnern sehr beliebt sind.

Wenn man den Bereich Konsumgüter entweder durch einen Verkauf oder eine Auslagerung abtrennen würde, wäre das Mammut-Unternehmen leichter zu steuern und würde es den Managern erlauben, das zu tun, wofür sie bezahlt werden: sich auf die Entwicklung und den Verkauf innovativer Arzneimittel zu konzentrieren. Schließlich hat der Board von Glaxo Witty ausgesucht, der derzeit Präsident der Abteilung des Unternehmens für europäische Pharma-Produkte und nicht etwa für Getränke ist.

Zudem würde ein solcher Schritt letztendlich den Aktionären zu Gute kommen. Glaxo-Aktien werden derzeit mit dem Zehnfachen des für 2008 erwarteten Betriebsgewinns gehandelt. Reine Konsumgüter-Unternehmen wie Reckitt Benckiser und Procter & Gamble aber erreichen Bewertungen, die um 50 Prozent über diesem Wert liegen.

Da außerdem auch nicht jeden Tag gleich Markenartikel geschaffen werden, können sie einem potenziellen Käufer umfangreiche Aufschläge entlocken, wodurch ein Verkauf möglicherweise lukrativer als eine Ausgliederung wäre. Angenommen, die Glaxo-Abteilung verbucht einen Betriebsgewinn von 1,5 Mrd. Dollar, dann könnte sie allein 25 Mrd. Dollar wert sein.

Das Geschäftsfeld Arzneimittel könnte, selbst bei einem Abschlag um zehn Prozent gegenüber der Konkurrenz, mit rund 145 Mrd. Dollar bewertet werden. Zieht man die Schuldtitel ab, dann ergibt sich ein Gesamtwert von rund 165 Mrd. Dollar für Glaxo. Das entspricht einem Plus um zehn Prozent gegenüber der momentanen Marktkapitalisierung, abhängig von den Kapitalgewinnsteuern, die im Fall eines Verkaufs zu zahlen wären.

Natürlich braucht Glaxo das Geld nicht. Ihre Bilanz ist annähernd schuldenfrei und die Firma verfügt über Liquidität im Übermaß. Am einfachsten könnte Witty einen guten Eindruck bei den Investoren hinterlassen, wenn er ihnen gleich nach seinem Amtsantritt eine hohe Bardividende oder Aktien im höher bewerteten Kosumgütergeschäft überreichen würde.

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