GM/Saab
Schrottreif in Schweden

Nachdem der Verkauf von Saab an Koenigsegg gescheitert ist, könnte der Board von GM - wie zuvor bei Opel - versucht sein, die schwedische Tochter wieder in die eigene Garage einzustellen. Aber der Detroiter Autobauer hat mehr als genug mit dem eigenen Feintuning zu tun, er braucht keine weitere Ablenkung vom eigentlichen Kurs.
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Will General Motors mit Saab genau so verfahren wie mit Opel? Der Verkauf der schwedischen GM-Tochter an Koenigsegg ist gescheitert, und die Board-Mitglieder von GM denken nun darüber nach, ob der Betrieb dort aufrechterhalten werden soll. Es könnte einige Vertreter im Vorstand des Detroiter Autobauers geben, die die Ansicht vertreten, GM sollte Saab wieder in der eigenen Garage unterbringen - genau so wie das US-Unternehmen Anfang des Monats bei den europäischen Hauptbereichen vorgegangen war. Sie sollten dieser Versuchung widerstehen.

GM steht nach der Sanierung zugegebenermaßen besser da. Aber der Autoproduzent hat immer noch mehr als genug mit seinem eigenen Feintuning zu tun. Zwar ist es ihm gelungen, im jüngsten Quartal Cash über 3,3 Mrd. Dollar und ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen über 1,5 Mrd. Dollar zu erwirtschaften. Aber viele seiner Fabriken lagen den Sommer über weitgehend still, und Anfang Juli waren von seinem bankrotten Vorgänger eine Menge Rechnungen bezahlt worden.

Es wird daher schwer werden, diese positive Entwicklung zu wiederholen, wenn nicht der Absatz gesteigert werden kann. Außerdem muss GM weitere Einschnitte bei der Belegschaft und den Händlern vornehmen.

Das Letzte, was der Autobauer jetzt braucht, ist eine Ablenkung vom eigentlichen Kurs, die zwangsläufig entsteht, wenn er sich einem weiteren angeschlagenen Nischenbereich annimmt. Bei Opel, so könnte argumentiert werden, handelte es sich um einen Sonderfall. GM wollte ohnehin ein Drittel an dem europäischen Autohersteller für den Massenmarkt behalten und hatte Vorbehalte, technologisches Know-How mit den voraussichtlichen Käufern Magna und - über die Sberbank - mit dem russischen Autohersteller Gaz auszutauschen.

Dies trifft auf Saab nicht zu. Wie leidvoll dies auch immer für das verarbeitende Gewerbe Schwedens sein wird - GM sollte Saab auf den Schrottplatz schicken.

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