Gold/IWF
Immer weniger Gründe

Der Internationale Währungsfonds (IWF) verkauft Gold im Wert von elf Mrd. Dollar und investiert die Erlöse in eine Stiftung, deren Erträge die Aufwendungen für die Mitarbeiter abdecken sollen. Es wäre besser, wenn der IWF einen festen Termin benennen würde, bis zu dem er seine Nützlichkeit unter Beweis gestellt haben oder schließen muss.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will Gold im Wert von über elf Mrd. Dollar verkaufen und die Erlöse in einen Treuhandfonds investieren, dessen Erträge die Ausgaben und die Aufwendungen für die Mitarbeiter abdecken sollen, da die traditionelle Einnahmequelle des Instituts aus der Kreditvergabe ausgetrocknet ist. Es wäre besser für den IWF, wenn er einen festen Termin bestimmen würde, bis zu dem er entweder einen Nutzen abwirft oder schließen muss.

Traditionell hatte der IWF sein Geld damit verdient, dass er Ländern Kredite herauslegte, die sich in Zahlungsbilanzschwierigkeiten befanden. Allerdings gab es in dem von hoher Liquidität gekennzeichneten Zeitraum seit 2002 keine solchen Krisen mehr. Die Kredite wurden also zurückgezahlt und der IWF verfügt jetzt nicht mehr über ausreichende Einkünfte, um seine Mitarbeiter zu bezahlen. Tatsächlich will er 15 Prozent seiner Mitarbeiter abbauen.

Der geplante Goldverkauf würde es dem Großteil der verbleibenden IWF-Belegschaft gestatten, bis in alle Ewigkeit als „Treuhandkinder“ weiterzumachen, die Studien produzieren und Ratschläge erteilen, aber sonst nicht viel beizutragen haben. Es ist kaum wahrscheinlich, dass der IWF in diesem Fall weiterhin Spitzenpersonal an Land ziehen könnte. Und es ist nicht klar, warum die Steuerzahler der Welt, denen der IWF gehört, ihn weiter subventionieren sollten.

Es wäre aber auch nicht klug, den IWF einfach zu schließen und sein Kapital, sein Gold und alles andere, an seine Mitgliedstaaten zurückzugeben, da die Gefahr besteht, dass seine Dienste bei einer Verschlechterung der Liquiditätsbedingungen erneut benötigt werden. In einem solchen Fall würden die IWF-Berater und seine Kreditfonds gebraucht, um einigen Ländern bei der finanziellen Umstrukturierung beizustehen. Die derzeitige Finanzkrise könnte bei fortgesetzter Dauer leicht Länder wie die Türkei und Indonesien in Probleme stürzen, bei denen sie der Hilfe des IWF bedürften.

Dennoch ist es sinnvoll, anstatt es den IWF-Mitarbeitern zu erlauben, ihr drohnenhaftes Dasein unbegrenzt fortzuführen, einen Termin festzulegen – vielleicht in fünf Jahren - , um das Institut zu schließen, unter dem Vorbehalt, dass die Entscheidung vorher rückgängig gemacht werden kann, falls turbulente globale Finanzbedingungen dem IWF noch einmal zu einer tragenden Rolle verhelfen. Aber wenn die Welt die momentane Krise ohne seine Hilfe übersteht, dann besteht eine gute Chance, dass der IWF überhaupt nicht mehr gebraucht wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%