Goldman/Lehman
Gleicher Inhalt in anderer Verpackung?

Erin Callan, Finanzvorstand bei Lehman Brothers, hat ihre Firma bis zum Umfallen gegen die Vorbehalte des Markts verteidigt. Ihr Kollege bei Goldman, David Viniar, hatte dazu allerdings noch rein gar nichts zu sagen. Goldman ist bekannt für sein Risiko-Management, aber das war Lehman auch. Die beiden Firmen ähneln sich auch noch in anderer Hinsicht.

Zwei Firmen hatten sich aus dem Handgemenge herausgehalten, als die Kreditkrise im vergangenen Jahr zuschlug: Sachs und Lehman Brothers. Seit dem Zusammenbruch von Bear Stearns im März jedoch steht Lehman unter genauester Beobachtung. Die Investmentbank wird für das zweite Quartal einen geschätzten Verlust von 2,8 Mrd. Dollar ausweisen und sie hat neues Kapital über zehn Mrd. Dollar gesammelt. Erin Callan, Finanzvorstand bei Lehman, hat in zahlreichen Erklärungen ihre Firma bis zum Umfallen verteidigt. David Viniar, ihr Kollege bei hatte dagegen kaum etwas zu sagen.

Vielleicht muss ja auch nicht in demselben Maße unter die Lupe genommen werden. Schließlich besteht eines der größten Probleme für Lehman darin, dass ihre übrigen Geschäftsbereiche nicht stark genug waren, um die Abschreibungen und den umfangreichen Einnahmenrückgang im Hypothekengeschäft - zuvor ein Kernfeld - wettzumachen. Hypothekengeschäft ist nicht nur kleiner, die anderen Zweige sind zugleich größer und breiter gestreut: Die Einnahmen des Unternehmens beliefen sich im vergangenen Jahr auf 46 Mrd. Dollar. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei Lehman.

Damit kann sich auf ein dickes Polster stützen, was bedeutet, dass der Wall Street-Titan in der kommenden Woche immer noch einen Gewinn für das zweite Quartal ausweisen dürfte, selbst wenn er ähnliche Rückschläge bei Abschreibungen und fehlgeschlagenen Absicherungstransaktionen hinnehmen muss wie Lehman. Aber die Investoren, und die Aufsichtsbehörden, schauen nicht mehr allein auf das, was unter dem Strich herauskommt. Der Verschuldungsgrad bei Investmentbanken wird in Frage gestellt - und die meisten haben ihn verringert, wenn auch nicht so drastisch wie Lehman, die per Ende Mai einen Nettoverschuldungsgrad von etwa dem 12,5fachen des Eigenkapitals aufwies.

Sicher, das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital mag für die Einschätzung der Risiken recht grobmaschig sein, aber da die Erträge der Investmentbanken so undurchsichtig sind, ist dies eben eine der wenigen verfügbaren Messlatten. Und während die Herangehensweise von an Risiken beneidenswert gut aussehende Resultate hervorgebracht hat, gibt es keine Garantie dafür, dass dies auch so weitergehen wird - die Verluste können aus dem Bereich Private Equity, oder aus Wetten auf Aktien und Rohstoffe und genau so aus den Hypotheken-Portfolios kommen.

Darüber hinaus wird gemunkelt, dass die Branchenwächter, teilweise als Gegenleistung für den Zugang zur Kreditvergabe durch die Fed, von den Wertpapierhäusern verlangen könnten, mehr Kapital und eine noch niedrigere Verschuldung vorzuweisen, um die Risiken, die sie eingehen, auszugleichen - selbst wenn sie dabei, wie nicht in die roten Zahlen gerutscht sind. Damit könnte sich für die Aktionäre eine Verwässerung ergeben und die Gewinne könnten quer durch die Branche beschnitten werden, selbst bei Vielleicht möchte Viniar darüber mal ein Wörtchen verlieren.

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