Goldman/Lyondell
Chemisches Peeling

Langsam bekommt die Wall Street die negativen Auswirkungen der Unternehmensinsolvenzen zu spüren. Bis jetzt rührten die meisten Abschreibungen der Banken daher, dass sie immer noch funktionierende Kredite zu Marktpreisen bewerteten, nicht aber daher, dass Darlehensnehmer Pleite gingen. Doch die nächste Welle finanzieller Schwierigkeiten rollt offenbar schon.

Die globalen Ausfallquoten bei Anleihen von Unternehmen mit einem hohen Fremdkapitalanteil lagen zum Ende 2008 bei nur etwa vier Prozent und damit immer noch knapp unter dem historischen Durchschnitt, berichtet Moody?s. Aber jetzt gehen große Unternehmen in die Knie. Lyondell hat am 6. Januar mit Schulden über 26 Mrd. Dollar Insolvenz beantragt. Moody?s geht davon aus, dass die globale Ausfallquote für Junk Bonds sich bis zum Jahresende auf zwölf Prozent verdreifachen und damit höher ausfallen könnte, als der 1991 erreichte Spitzenwert.

Goldman teilte jetzt mit, Abschreibungen über 850 Mill. Dollar auf die Brückenfinanzierung und die Bankkredite für Lyondell vorgenommen zu haben. Auch Citigroup kommt nicht ungeschoren davon. Diese Aussetzer legen nahe, dass auf die Banken eine weitere Welle der finanziellen Schwierigkeiten zuschwappt. Anders als bei Hypothekenkrediten - bei denen Ausfälle in großem Maßstab nötig sind, bevor das Kapital der Banken in Mitleidenschaft gezogen wird -, muss nur eine Hand voll großer Unternehmen Pleite gehen, um das Kapitalniveau zu erodieren.

Auch Banken, die im Einlagen- und Kreditgeschäft tätig sind, könnten sich ziemlich tiefen Einschnitten ausgesetzt sehen. Nicht alle Banken haben im vergangenen Jahr Kredite zu beträchtlichen Abschlägen abgeladen. Und trotz des Drängens der Buchprüfer besteht für die Banken kaum ein Anreiz, große Kredite abzuschreiben, bevor nicht der Zahlungsverzug oder eine Insolvenz eintritt. Und schon wieder könnte zur Jagd nach noch mehr Bankkapital geblasen werden.

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