Goldman/Private Equity
Auf ein Neues

Goldman Sachs hat einen neuen Fonds über 5,5 Mrd. Dollar aufgelegt, der bereits in Umlauf befindliche Anteile an Private-Equity-Fonds aufkaufen soll. Das ist der zweite Fonds dieser Art, den die Bank innerhalb von zwei Jahren errichtet. Beteiligungen sind jetzt zwar oft mit deutlichen Abschlägen zu haben, aber die Preise sind vielleicht noch nicht niedrig genug.
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Goldman Sachs hofft darauf, dass es beim zweiten Mal klappt. Die Bank hat einen neuen Fonds über 5,5 Mrd. Dollar aufgelegt, der bereits in Umlauf befindliche Anteile an Private-Equity-Fonds aufkaufen soll. Das ist der zweite Investmentpool dieser Art, den die Firma innerhalb von zwei Jahren einrichtet. Zwar sind Beteiligungen derzeit zu umfangreichen Abschlägen zu haben, aber die Preise könnten immer noch nicht niedrig genug sein.

Verkäufe von Anteilen an Beteiligungsfonds im Sekundärmarkt sind auf dem Vormarsch. Viele Stiftungen und staatliche US-Pensionsfonds, die traditionell zu den großen Private Equity-Investoren gehören, brauchen Geld. Einige stoßen ihre illiquiden Investitionen zu Preisen ab, die nach einem Notverkauf aussehen. Insider berichten, dass Beteiligungen an Private Equity-Fonds mit Abschlägen von bis zu 60 Prozent gegenüber den Nettosubstanzwerten (NAVs) weggehen. Und dabei haben die Buyout-Firmen in den zurückliegenden Quartalen die NAVs ihrer Portfolios bereits um bis zu 40 Prozent zurückgestuft.

Gegenüber März 2007, als Goldman zuletzt einen Fonds für "Secondaries", also "gebrauchte Beteiligungen" - geschlossen hatte, sieht das Preisniveau sicherlich günstig aus. Damals erzielten die Beteiligungen an Private Equity-Fonds noch Aufschläge gegenüber den NAVs - die, wenn überhaupt, noch nicht in beträchtlichem Umfang im Wert nach unten korrigiert worden waren.

Das kommt den Managern des neuen Fonds entgegen. Aber die Skepsis gegenüber den NAVs könnte immer noch überwiegen. Dies scheint zumindest die Haltung der Investoren gegenüber börsennotierten Private Equity-Fonds zu sein, einer weiteren Form des Sekundärmarkts. Der Großteil des Marktes ist zwar nicht öffentlich, einige Beteiligungsgesellschaften werden aber an der Börse gehandelt. Die Anteile des notierten Fonds von Apollo, zum Beispiel, werden immer noch um 85 Prozent unter dem jüngsten NAV gehandelt - obwohl das Portfolio 2008 schon um fast 60 Prozent nach unten korrigiert worden ist.

Verkäufe von "Secondaries" im klassischen nicht börsennotierten Private-Equity-Markt könnten sich sogar als noch kniffliger erweisen. Einige Beteiligungsgesellschaften sind aggressiver als andere, was ihre Bewertungen angeht. Zudem enthält jedes Portfolio unterschiedliche Kategorien von Vermögenswerten, was Preisvergleiche erschwert.

Hier sollte Goldman einen Vorteil haben. Die Bank gehört zu den größten Private Equity-Investoren im Primärmarkt. In einigen Fällen überlappen sich die Engagements sogar direkt: Fonds von Goldman und Blackstone haben beispielsweise beide in SunGard investiert. Daher sollte Goldman in einer guten Ausgangslage sein, die Fonds anderer Übernahmespezialisten zu bewerten.

Natürlich könnte dieser Vorsprung aber auch einen Nachteil beinhalten. Niedrige Sekundärmarktpreise für Private Equity-Investitionen würden den Investoren der klassischen Buyout-Fonds von Goldman im Primärmarkt kaum gefallen - auch wenn der neue Fonds selbst keine Beteiligungen an den anderen Fonds der Firma aufkaufen würde. Doch andererseits werden sie vielleicht die Liquidität begrüßen, die der neue Fonds und andere dem Sekundärmarkt zuführen könnten.

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