Goldman Sachs
Geld kommt zu Geld

Goldman Sachs beweist, dass die Reichen tatsächlich immer reicher werden. Die Quartalszahlen der Investmentbank schreiben eine kräftige Gehaltserhöhung für die Mitarbeiter fest. Andere Wall Street-Firmen kommen da kaum nach. Gerade jetzt, wenn die Zeiten härter werden, sichert sich Goldman damit einen weiteren Vorteil im Kampf um die besten Talente.

Goldman Sachs hat bewiesen, dass die Reichen tatsächlich immer reicher werden. Nach einem dritten Quartal, in dem die New Yorker Investmentbank sich in einem der härtesten Märkte seit Jahren eine goldene Nase verdient hatte, hievte das annehmbare Ergebnis im Schlussquartal den Gesamtjahresgewinn auf die Rekordhöhe von 11,6 Mrd. Dollar. Die Konkurrenten von der UBS über die Citigroup bis zu Bear Stearns dagegen kämpfen darum, in den schwarzen Zahlen zu bleiben. Goldman hat ihre gehobene Position zementiert und wird davon im Kampf der Branche um die besten Mitarbeiter profitieren.

Goldman hat für die Vergütung, die Nebenleistungen und sozialen Vergünstigungen ihrer Mitarbeiter insgesamt 20,2 Mrd. Dollar zur Seite gelegt. Das sind 23 Prozent mehr als im Vorjahr - und etwas mehr als das Doppelte dessen, was Lehman Brothers dafür vorgesehen hat. Lehman ist die einzige Investmentbank, die ihre Jahresergebnisse noch vorlegen muss. Und sie hat in diesem Jahr auch nicht schlecht verdient.

Damit ist Goldman in der beneidenswerten Lage, die Bonuszahlungen für ihre fast 31 000 Mitarbeiter in allen Bereichen erhöhen zu können. Die Durchschnittsvergütung für das Geschäftsjahr zum November-Ultimo beläuft sich auf rund 660 000 Dollar je Mitarbeiter. Das sind sechs Prozent mehr als die Vergütungen und Nebenleistungen über 625 000 Dollar, die im vergangenen Jahr an die damals 27 000 Mitarbeiter gezahlt wurden.

Das hört sich jetzt vielleicht nicht nach einem großartigen Zuwachs an. Schließlich hatte die Pro-Kopfsteigerung bei Goldman 2006 binnen Jahresfrist sage und schreibe 26 Prozent betragen. Aber an der Wall Street, die den Kampf zwischen Google und Microsoft um die besten Doktoranden wie ein nette Runde "Dungeons and Dragons" aussehen lässt, ist jeder Lohn relativ. Goldman hat jetzt die Obergrenze gesetzt, an der die anderen gemessen werden. Selbst die Pro-Kopf-Vergütung von Lehman hatte für das Gesamtjahr bei rund 333 000 Dollar stagniert.

Da die Wertpapierbranche vor einem neuen Jahr steht, das viel schwieriger werden könnte, als jedes andere seit dem Platzen der spekulativen Internet-Blase, könnten die Konkurrenten einige Arbeitsplätze abbauen. Um trotzdem an ihren besten Mitarbeitern festhalten zu könne, müssen sie vielleicht an ihre Gewinne gehen. Da ein Großteil der Löhne an der Wall Street in Form von Aktien gezahlt wird, könnte das zu einer Auszehrung führen, so dass die Lohnempfänger möglicherweise enttäuscht werden. Die Aktien von Goldman stehen nicht unter dem gleichen Druck, und die Firma zahlt ihren Leuten sowieso mehr. Das ist noch ein Vorteil mehr, den die derzeitige Nummer Eins für sich nutzen kann.

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