Goldman Sachs
Genau in die Mitte

Genau wie andere Investmentbanken entlässt auch Goldman Sachs Mitarbeiter. Mitten in der Schusslinie der Wall Street-Firma stehen die Vice Presidents. Sie schaffen nicht die Einnahmen heran und sie gehören nicht zu den Arbeiterbienen. Außerdem müssen die Banken Platz schaffen, um die Leute auf den hinteren Rängen befördern zu können, denen sie dann allerdings nicht viel zahlen wollen.

Nicht nur bei den Unternehmensergebnissen zeigt Goldman Sachs oft, wo es lang geht. Deshalb sollten die Vice Presidents der Konkurrenzfirmen genau beobachten, wer das Hauptquartier von Goldman Sachs in Lower Manhatten mit den Entlassungspapieren in der einen und einer Schachtel mit den persönlichen Dingen in der anderen Hand verlässt. Mitarbeiter, die innerhalb der Investmentbank die unteren bis mittleren Ränge einnehmen, haben sich bei der jüngsten Entlassungswelle als anfällig erwiesen. Es ist leicht zu verstehen, warum gerade Vice Presidents, die genau in der Mitte der Hierarchie sitzen, auch noch aus anderen Gründen besonders gefährdet sind.

Die Banken halten derzeit nach Stellen Ausschau, wo sie überschüssiges Fett entfernen können. Ganz oben werden die teuren Managing Directors, die nicht genug Einnahmen herangeschafft haben, als Erste abgedrängt. Aber neben überflüssigen Mitarbeitern auf der untergeordneten Ebene und Angestellten mit Assistenzjobs sind die Vice Presidents die Hauptkandidaten für die nächste Runde. Sie verfügen weder über die Beziehungen, mit denen sich Geld machen lässt, noch gehören sie zu den Arbeiterbienen. In Marktflauten müssen Vice Presidents sich oft ganz schön anstrengen, um ihren Wert unter Beweis zu stellen.

Darüber hinaus dürfte ihre Hierarchie-Etage nach vier Jahren der blühenden Märkte ohnehin schon überfüllt sein. Die Banken müssen Platz schaffen, um neue Leute befördern zu können, besonders in Zeiten, in denen der Bonus-Pool schrumpft. Eine Aufwertung des Titels kann ein netter Anreiz für Senior Associates mit einigen Berufsjahren auf dem Buckel und der Aussicht auf einen Aufstieg sein, die sonst vielleicht am Jahresende mit ihrem Lohn hadern würden.

Und was wird nun aus den Massen an Vice Presidents, die als Mittdreißiger ohne festen Arbeitsplatz ziellos durch die Straßen von New York und London wandern? Sie werden nicht gleich unter der Brücke schlafen müssen. Im Durchschnitt brachte ein Vice President im vergangenen Jahr einen Bonus von rund 600 000 Dollar nach Hause und im Jahr zuvor in etwa das Gleiche, berichtet Wall Street Comps, eine auf Vergütungsumfragen spezialisierte Website.

Vielleicht könnten sie sich ein bisschen Zeit für die Selbstanalyse nehmen. Und dann locken ja auch immer Jobs im Ausland. Viele Banken suchen derzeit nach Spezialisten - besonders wenn sie in ihrem Stammbuch einen Eintrag von Goldmann vorweisen können -, die dort arbeiten, wo derzeit das Geld sitzt. An Orten wie Dubai.

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