Goldman Spacs
Leere Blicke

Goldman Sachs hat den Börsengang einer Zweckgesellschaft für Übernahmen, einer so genannten Spac, abgeblasen, weil die Investmentbank nicht genug Nachfrage schaffen konnte. Das ist verwunderlich, denn der Deal hatte eine ungewöhnlich aktionärsfreundliche Struktur. Aber Goldman hatte ihn auch nicht der traditionellen Spac-Kundschaft feilgeboten. Dass es ihr nicht gelungen ist, ein breiter gestreutes Publikum anzulocken, zeigt die Grenzen der Spacs auf.

Goldman hat gewöhnlich keine Schwierigkeiten damit, ihre Kunden an die Börse zu bringen. In dieser Woche ist es der Investmentbank allerdings nicht gelungen ist, die Aktien einer Spezialgesellschaft für Akquisitionen, kurz Spac, zu platzieren. Dies zeigt, dass selbst die besten Emissionsbanken an die Grenzen des Markts stoßen können.

Über ein Drittel der Erstemissionen in den USA bezogen sich in diesem Jahr auf Spacs. Bei diesen Special Acquisition Companies handelt es sich um Mantelgesellschaften, die Aktien verkaufen und die Erlöse dafür einsetzen, um operative Unternehmen zu erwerben. Goldman hat versucht, die Nachfrage nach diesen Vehikeln zu erhöhen, indem sie das Angebot für Liberty Lane Acquisition Corp über 350 Mill. Dollar einem Publikum unterbreitete, das breiter als üblich gestreut war. Aber die Investmentbank konnte nicht genug Abnehmer finden. Liberty Lane lastet ihre Schwierigkeiten den Marktbedingungen an, die sicherlich auch etwas mit dem Misserfolg zu tun haben. Bisher wurden in den USA in diesem Jahr 49 Erstemissionen zurückgezogen oder verschoben - fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, berichtet Dealogic. Auf dem Spac.Markt wurde dagegen bereits eine relativ große Zahl neuer Emissionen verzeichnet. Vielleicht haben die auf Spacs spezialisierten Investoren, vorwiegend Hedge Fonds und andere Arbitrageure, schon genug.

Goldman hatte versucht, auch andere Anleger anzulocken, indem sie den Deal aktionärsfreundlicher strukturiert hat. Die Investmentbank hat einige der Vorteile, die Spacs normalerweise dem Management auf Kosten der Aktionäre gewähren, gekappt. Und sie hat dafür gesorgt, dass die Optionsscheine, die Liberty Lane zusammen mit ihren Aktien verteilt hat, weniger stark verwässernd wirkten als die Warrants anderer Abschlüsse.

Trotzdem haben die Investmentfonds und andere Anleger nicht angebissen. Ganz so überraschend kommt das nicht. Die meisten Investoren unterziehen die Aktien, die sie kaufen, einer umfassenden Fundamentalanalyse. Bei einem Spac gibt es jedoch nicht viel zu analysieren - es handelt sich einfach nur um eine Mantelgesellschaft mit einem Berg an Barmitteln.

Goldman mag sich Lob für den Versuch verdient haben, den Markt für Spacs zu auszudehnen. Ihr Scheitern unterstreicht allerdings das begrenzte Potenzial solcher Deals. So wie es aussieht, wird der Pool an Spac-Investoren relativ klein bleiben. Und wenn diese Spekulanten auf lukrativere Einnahmequellen stoßen, könnte auch ihre Begeisterung für Spacs schnell nachlassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%