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Google: Kauflust zum Nachteil der Aktionäre

Der US-Suchmaschinengigant glaubt, die Rezession habe im dritten Quartal bereits ihre Talsohle erreicht. Jetzt also sieht der Google-Chef Eric Schmidt die Zeit gekommen, wieder "umfangreiche Investitionen" in das Geschäftsfeld ins Auge zu fassen. Das könnte für die Aktionäre gefährlich werden.
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Der Suchmaschinengigant glaubt, die Rezession habe im dritten Quartal ihren Tiefpunkt erreicht. Also stelle man sich jetzt wieder darauf ein, "umfangreiche Investitionen zu tätigen". Googles Wirtschaftsausblick ist optimistisch, der Investitionsansatz "mitnehmen, was nur geht" vielleicht sogar noch mehr. Anleger täten gut daran, Google auf das diszipliniertere Vorgehen in der jüngeren Vergangenheit zu verpflichten.

Es stimmt schon, dem Unternehmen geht es gut. Obwohl Google stark vom zyklischen Anzeigengeschäft abhängt, konnten das Unternehmen seine Umsätze im dritten Quartal im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 8 Prozent steigern. Auch die stärkere Fokussierung auf die Kostenkontrolle zahlte sich aus, die Gewinne stiegen um 26 Prozent. Die neue Disziplin erstreckte sich auch auf die Investitionen, die seit ihrem Höchststand um 70 Prozent zurückgingen.

Niemand könnte etwas dagegen haben, wenn Google jetzt maßvolle Kostensteigerungen zuließe und die Investitionsausgaben wieder zunähmen. Das Unternehmen konnte im Verlauf des vergangenen Jahres zum Beispiel seine Server effizienter nutzen, indem es den Softwareeinsatz optimierte. Aber wenn das Geschäft weiter wächst, muss Google seine Ausrüstung ab einem gewissen Punkt erneuern oder erweitern.

Aber Google hat auch den Ruf in Vorhaben zu investieren, die sehr weit vom Kerngeschäft entfernt liegen. Weltraum-, Gesundheits- und umweltschonende Energieprojekte sind reizvoll und auch inspirierend .Der Nutzen für die Aktionäre ist allerdings nicht so leicht zu erkennen.

Hinzu kommt, dass Google Anleger bereits warnte, sie sollten nicht damit rechnen, dass das Unternehmen seine reichlichen ( und wachsenden) Cashreserven in Höhe von gegenwärtig 22 Milliarden Dollar in nächster Zeit für Aktienrückkaufsprogramme oder Dividendenerhöhungen nutzen werde. Dummerweise haben solch gigantische Summen die unangenehme Eigenschaft, Löcher in den Unternehmenssäckel zu reißen. Anleger sollten daher dafür sorgen, dass Google bei seiner disziplinierten Finanzstrategie der jüngsten Vergangenheit bleibt.

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