Google-Video
Der Nächste, bitte!

Im Dezember haben die Amerikaner über 300 Millionen Videos auf der YouTube-Site angeschaut. Die Einnahmen der Unternehmensbereichs sind zwar immer noch unerheblich. Aber wenn es Google gelingt, aus diesem Markt Werbeeinnahmen abzuzapfen, könnten sich die Fernsehanstalten in einer Klemme wieder finden, wie sie den Zeitungsverlegern schon allzu bekannt ist.

Könnte das Fernsehen die nächste Branche sein, die von der Digitalisierung überrollt wird? Online-Videos sind der Hit. Im Dezember haben die Amerikaner mehr als 300 Millionen Videos auf der Google-Website YouTube gesehen. Die Anhänger der Online-Videos haben im vergangenen Jahr 34 Prozent mehr Zeit mit dem Betrachten dieser Kurzfilme zugebracht. Das ging zwar nicht ganz auf Kosten des Fernsehkonsums. Aber dieser Zuwachs verursacht den Verantwortlichen bei den Fernsehanstalten eine Gänsehaut. Schlimmer noch - die neuen Pläne von Google, Werbeeinnahmen aus dem Online Video-Angebot zu beziehen, könnten den TV-Managern letztendlich schwer zusetzen.

Auch wenn Google das Geschäft dominiert, hat die Firma mit Online-Videos noch kein großes Geld gemacht. Die Einnahmen in diesem Bereich sind so unerheblich, dass Google sie nicht einmal gesondert darstellt.

Das Unternehmen verfolgt nun zwei getrennte Strategien, um dieses Problem zu lösen. Zunächst einmal will Google Anzeigen auf Videos verkaufen, die anderswo im Web auftauchen. Diese Anzeigen sollen aus Videos bestehen oder aus Texten, die angeklickt werden können, und die auf einem kleinen Ausschnitt des Videobilds erscheinen.

Zudem plant Google, Video-Anzeigen, die angeklickt werden können, am Rand ihrer eigenen Seiten für die Internetsuchergebnisse zu platzieren. Wenn also jemand unter dem Begriff „Skifahren“ sucht, dann könnte ihm der Skirennläufer Bode Miller per Video mitteilen, wie großartig seine „Rossignol“-Skier sind, um sich dann in einer zweifellos atemberaubenden Filmsequenz zu Tale zu stürzen. Der Video-Inserent würde Google bezahlen, wann immer ein Nutzer die Anzeige anklickt.

Wenn es Google gelingt, Werbung und Online-Videos zu vereinen, könnten sich die Fernsehanstalten in einer ähnlichen Klemme wieder finden wie die Zeitungsverleger. Jene leiden unter einer rückläufigen Auflage, höheren Produktionskosten als ihre digitale Verwandtschaft und unter Anzeigenkunden, die sich auf die billigeren, effektiveren und zielgerichteten Online-Dienste verlegen.

Die ersten beiden Probleme kennen die TV-Sender schon aus eigener Erfahrung, mit der Initiative von Google könnte sich auch noch die dritte Schwierigkeit dazu gesellen. Die Kosten dafür, eintausend Zuschauer online zu erreichen, belaufen sich auf rund ein Fünftel der durchschnittlichen Kosten, wenn man dies über einen führenden Fernsehsender versucht. Und dadurch, dass die Nutzer Anzeigen, die sie interessieren, aktiv anklicken, kann die Wirksamkeit einer Werbekampagne zudem online viel leichter gemessen werden.

Der Markt für TV-Werbung über rund 80 Mrd. Dollar im Jahr hatte sich in den vergangenen Jahren erstaunlich gut gehalten. Jetzt könnte ihm allerdings eine große Herausforderung bevorstehen.

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