Kolumnen

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Großbritannien: Banken müssen Liquiditäts-Stresstests erwarten

Großbritannien könnte demnächst von seinen Banken verlangen, Notfallpläne vorzulegen, wie sie sich im Falle einer erneuten Liquiditätskrise zu schützen gedenken. Während die die internationalen Finanzwächter sich bemühen, die Regeln nachzubessern, wären entsprechende Aktivitäten auf Seiten der Unternehmen ein willkommenes Mittel gegen die Selbstzufriedenheit.

von George Hay (breakingviews.com)

Die Banken scheinen endlich wieder auf einer einigermaßen soliden Kapitalgrundlage zu stehen, von einer anderen, gleichermaßen überlebenswichtigen Größe kann man das noch nicht sagen - der Liquidität. Die globalen Finanzwächter scheinen sich mit der Ausarbeitung eines neuen Rahmenmodells Zeit zu lassen, das sicherstellen soll, das Banken ihren Verpflichtungen bei Fälligkeit auch jederzeit nachkommen können. Die britische Finanzdienstleistungsaufsicht (FSA) könnte hier jetzt mit gutem Beispiel vorangehen.

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Die FSA denkt darüber nach, die britischen Banken einem Stresstest zu unterziehen, der Aufschluss darüber geben soll, wie sich die Finanzinstitute in einem Weltuntergangsszenario verhalten würden, das unter anderem eine dreimonatige Liquiditätsklemme umfasst. In den beiden Anfangswochen des hypothetischen Krisenfalls soll den Banken der Zugang zu jeglichen Finanzierungsquellen, mit Ausnahme von Pensionsgeschäften mit dem Staat, verschlossen sein. Statt dann undifferenzierte Finanzierungsvorgaben zu machen, wird die Bankenaufsicht von jeder Bank verlangen, ihre Liquiditätsposition entsprechend ihrer Vorgehensweise im Stressszenario zu verbessern.

Das ist erst ein erster Schritt auf dem Weg zur Reform - der darum jedoch nicht minder willkommen ist. Die Banken sollen voraussichtlich mindestens drei Jahre Zeit erhalten, um die notwendigen Anpassungsmaßnahmen durchzuführen. Sie werden auf zwei Arten erfolgen. Erstens werden die Banken ihre Bestände an leicht veräußerbaren Vermögenswerten, wie zum Beispiel Staatsanleihen, erhöhen. Zweitens werden sie längerfristige Anlageverträge mit Großkunden eingehen oder den Anteil der Konten im Privatkundengeschäft auf der Finanzierungsseite erhöhen. Der fallweise Ansatz bedeutet, dass die britischen Banken nicht plötzlich einschneidende Vorgaben erfüllen müssen, wie zum Beispiel den Anteil ihrer Staatsanleihenbestände auf 10 Prozent zu erhöhen oder 75 Prozent ihres Finanzierungsbedarfs aus Einlagen zu decken.

Das Baseler Zentralbanken-Kommittee will Ende 2009 konkrete Liquiditätsrichtlinien vorlegen. Jede G20-Nation muss daraufhin innerhalb eines Jahres nachziehen. Aber die FSA wird voraussichtlich schon vor Ende nächsten Monats ein Diskussionspapier zur Liquiditätssteuerung - und einer Reihe weiterer Punkte - veröffentlichen.

Die proaktive Haltung Großbritanniens ist willkommen. Im Gegensatz dazu scheinen die USA sich bei diesem Thema Zeit zu lassen. Jetzt, wo die Institutionellen allmählich an den Markt zurückkehren, ist die Gefahr groß, dass der globale Anreiz verloren geht, die globale Krise an ihren Wurzeln zu bekämpfen. Die beste Zeit für eine Reform dauert nur solange, wie sich die Beteiligten noch daran erinnern, warum sie notwendig ist.

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