Halliburton vs. Schlumberger
Krieg der Öldienstleister

Die Investoren haben den Marktwert von Schlumberger wegen Projektverzögerungen um 20 Mrd. Dollar gekürzt. In der Zwischenzeit hat Konkurrent Halliburton erfolgreich die Vormachtstellung von Schlumberger in der lukrativen östlichen Hemisphäre angegraben. Die jüngsten Schnitzer werden es Halliburton leichter machen, vielleicht sogar noch mehr zu ergattern.

Die Investoren haben die Aktien von Öldienstleistungsgesellschaften abgestraft, nachdem der Branchenprimus Schlumberger im dritten Quartal einen Rückgang des Umsatzes und des Betriebsgewinns im Nordamerika-Geschäft gegenüber dem Vorquartal ausgewiesen hatte. Aber die Titel von Schlumberger fielen fast dreimal so stark wie die des Konkurrenten Halliburton, auch wenn das letztgenannte Unternehmen viel stärker in Nordamerika engagiert ist. Was geht da vor?

Zum einen haben sich die Gründe, die Schlumberger für ihre enttäuschenden Nordamerika-Ergebnisse angegeben hat – darunter die Witterung im Golf von Mexiko und den Druck auf die Gewinnspannen –, beim Konkurrenten Halliburton scheinbar nicht so negativ ausgewirkt. Halliburton hatte am Montag nämlich für das dritte Quartal gegenüber dem Vorquartal über gestiegene Umsätze und Betriebsgewinne berichtet.

Vielleicht gravierender war, dass Schlumberger gleichzeitig die Verzögerung zweier wichtiger Projekte in der östlichen Hemisphäre bekannt gegeben hat. Dort ist das Unternehmen immer noch Marktführer. Der Projektaufschub könnte den größten Teil der Abreibung über 20 Mrd. Dollar ausmachen, die die Anleger dem Marktwert von Schlumberger verpasst haben. Solche Schnitzer könnten Konkurrenten wie Halliburton die Munition in die Hand geben, die sie brauchen, um staatliche Erdölgesellschaften davon zu überzeugen, ihnen mehr Aufträge bei großen neuen Erdölprojekten von Westafrika und dem Persischen Golf bis Indonesien einzuräumen.

Halliburton ist mit Macht nach Osten vorgerückt und hat sogar ihren Chef von Houston nach Dubai umziehen lassen. Der Quartalsumsatz aus Projekten in der östlichen Hemisphäre ist binnen Jahresfrist um 28 Prozent gestiegen. Damit weisen Halliburton und Schlumberger in etwa die gleiche Wachstumsrate auf. Schlumberger verfügt zwar immer noch über das größere Geschäft, aber die jüngsten Fehltritte könnten Halliburton Vorteile im harten Kampf um neue Kontrakte verschaffen.

Die beiden Firmen genießen einen guten Ruf. Aber Halliburton hat Schlumberger im Punkt Kundenzufriedenheit überholt, wie aus einer Umfrage unter staatlichen Erdölgesellschaften durch das Research-Unternehmen Energy Point hervorgeht. In einer weiteren Branchenumfrage bezeichneten Kunden Schlumberger als „arrogant“ und „unflexibel“. Halliburton schnitt auch da besser ab. Wenn Schlumberger so unflexibel bleibt, wie es einigen ihrer Kunden vorkommt, könnte das Halliburton dabei helfen, dem Marktführer mehr als nur eine blutige Nase zu verpassen und echte Marktanteile im

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