Hedge Fonds
Auf die Größe kommt es an

Sind große Hedge Fonds besser? Das Gesamtvermögen der Branche hat sich im ersten Quartal seitwärts entwickelt, obwohl fast keine neuen Mittel zugeflossen sind. Das lässt auf eine Gesamtrendite von nahe null schließen, wobei allerdings der typische Fonds ein Minus von drei Prozent verzeichnet hat. Also müssen sich größere Fonds besser als der Durchschnitt entwickelt haben. Es kommt also doch auf die Größe an – zumindest vorerst.

Hedge Fonds haben im Durchschnitt im ersten Quartal Geld verloren. Dies legen zumindest verschiedene Indizes nahe. Nach Angaben von Hedge Fund Research (HFR) hat der typische Fonds drei Prozent eingebüßt. Aber obwohl HFR davon ausgeht, dass die Fondsindustrie fast keine neuen Mittel an Land gezogen hat, stagnierte das Gesamtvermögen. Das lässt also viel eher auf eine Rendite von nahe null schließen. Was stimmt?

Nun, die Antwort könnte wohl so lauten, dass der Durchschnittsfonds – die meisten Indizes gewichten nicht nach den Aktiva der Fonds – Geld verloren hat, aber die Branche als Ganze zwischen Januar und März fast die Gewinnzone erreicht hat. Wenn das stimmt, dann müssten sich die größeren Fonds besser geschlagen haben als der Durchschnitt. Wenigstens für die Dauer eines Quartals kam es scheinbar doch auf die Größe an.

Es gibt eine ganze Reihe möglicher Erklärungen. Während früher vor allem Einzelpersonen und Familien in Hedge Fonds investierten, bestehen die Anleger jetzt mehr und mehr aus Institutionen. Und die ziehen das beruhigende Gewicht und die Differenziertheit im operativen Geschäft vor, die größere Fonds bieten. In Märkten, die von großen Kursausschlägen gekennzeichnet sind, könnten große Fonds der Bedrohung durch Rückkäufe nicht ganz so stark ausgesetzt gewesen sein und konnten sich so eher auf das Geldverdienen konzentrieren.

Große Fonds, die mehr zahlen können, könnten auch über das bessere Personal verfügen. Sie setzen sich wahrscheinlich bei Kapitalgebern besser durch und verfügen über eine ganze Reihe unterschiedlicher Finanzierungsquellen, was in einer Kreditkrise hilfreich ist. Sie verfolgen vielleicht auch eine größere Vielfalt an Strategien und können zu jeder beliebigen Zeit die Mittel der besten Vorgehensweise zuweisen. Und natürlich werden Fonds manchmal erst dadurch groß, weil sie einfach eine gute Leistung zeigen. Daher sollten einige große Fonds auch weiterhin starke Renditen abwerfen.

Aus welchen Gründen auch immer untermauern die jüngsten Daten jedenfalls, dass die Hedge-Fonds-Branche zweigeteilt ist. Sie gabelt sich in institutionalisierte Giganten auf der einen Seite und Nischenanbieter auf der anderen, wobei das Terrain in der Mitte immer schwerer zu verteidigen ist. Alle wollen, dass die Investoren das Spiel dort wieder aufnehmen, wo die Rekordzuflüsse in die Hedge Fonds im vergangenen Jahr abgebrochen waren. Wenn die Anleger dem folgen, dann wird man darauf wetten können, dass die größeren Fonds das meiste Geld anziehen werden.

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